Aus dem Vogtland ins ewige Eis!

Auf die Schlitten aus dem Vogtland fährt die ganze Welt ab. Forschern nutzen sie für polare Expeditionen.
Foto: Lehmann-UTM

Aus dem Vogtland in die Antarktis

Von Sven Günther
Pöhl/Jocketa. Vergessen Sie alles, was Ihnen zum Thema Schlitten einfällt. Hörnerbock, Rennrodel & Co. sind Spielzeuge gegen die Vogtland-Riesen der Firma Lehmann-UMT . Die bringen rund 3,5 Tonnen auf die Waage, sind fast zehn Meter lang und knapp drei Meter breit – und die ganze Welt fährt auf sie ab.
Japaner, Chinesen, US-Amerikaner, Chilenen, Briten, Inder: Forscher und Ingenieure aus diesen Ländern sind mit den Lehmann-Schlitten auf Polar-Expeditionen unterwegs. Langjährige Partner sind z.B. das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Deutschland, der British Antarctic Survey, Cambridge und das Team der Expedition The coldest journey“.
Geschäftsführer Titus Lehmann: „Bislang haben wir 100 Stück verkauft. Durch den Einsatz spezieller Stahl-Legierungen und besonderer Schweißverfahren, können unsere Schlitten auch bei minus 60 Grad eingesetzt werden. Mit ihnen können Lasten bis zu 25 Tonnen problemlos bewegt werden.“
Problemlos! Ganz im Gegensatz zum Transport, der am 24. Oktober das inhabergeführte Familienunternehmen verlassen wird, risikoreich nachts unter Polizeischutz über die Autobahnen A 72-A9-A14-A2-A7-A27 gen Norden schleichen wird.
Lehmann: „Eine Spezialanfertigung für das British Antarctic Survey. Dieser Schlitten ist fünf Meter breit und zehn Meter lang. Um ihn überhaupt mit einem Schwerlasttransport nach Bremerhaven Hafen bringen zu können, mussten wir ihn teilweise demontieren. Von dort geht es dann mit dem Schiff über England in die Antarktis.“
Dank der speziellen Konstruktion, kann der Koloss im ewigen Eis trotz der enormen Maße auch in unwegsamen Gegenden problemlos über das Eis gezogen werden. Mit den Lehmann-Schlitten transportieren die Forscher Polarausrüstung, Heizöl und Containerbauten.
„Unser Hauptgeschäft sind die Filter- und Fördertechnik“, erklärt Chef Titus Lehmann. „Wir engagieren uns auch in der Forschung und Entwicklung im Bereich der Umwelttechnik, haben dafür eine eigene Abteilung. Aber klar: Wenn einer der riesigen Schlitten unser Unternehmen Richtung Antarktis verlässt, ist das immer etwas Besonderes.

Geschäftsführer Titus Lehmann.
Foto: Cornelia Henze

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