Gute Bedingungen für Start-up-Unternehmen in Chemnitz

Bei Berührung Licht. So werden Verpackungen attraktiver. Nach einjähriger Start-up Phase als Spinn-off an der TU Chemnitz gründeten Dr. Moazzam Ali und Steve Paschky mit Studenten vor einem Jahr das Unternehmen SARALON. Mitarbeiter Jan Joachim zeigt, wie gedruckte Elektronik wirkt. Start-up-Unternehmen, nicht nur aus der TU, bietet Chemnitz gute Möglichkeiten Networking zu betreiben. Foto: bit

Bei Berührung Licht. So werden Verpackungen attraktiver. Nach einjähriger Start-up Phase als Spinn-off an der TU Chemnitz gründeten Dr. Moazzam Ali und Steve Paschky mit Studenten vor einem Jahr das Unternehmen SARALON. Mitarbeiter Jan Joachim zeigt, wie gedruckte Elektronik wirkt. Start-up-Unternehmen, nicht nur aus der TU, bietet Chemnitz gute Möglichkeiten Networking zu betreiben. Foto: bit

Vor drei Jahren wagte Maike Riedel den Start-up in die Selbstständigkeit, bereut hat sie das bis heute nicht.

„Natürlich gibt es Phasen, die sind schwerer und andere leichter. Das erste Jahr war extrem hart, das zweite nur noch hart und das dritte Jahr hat Spaß gemacht“, erklärt die junge Frau.

Schwierig war für sie vor allem regionalen Unternehmern ihre Idee und ihre Produktpalette näher zubringen. Sie betreibt eine Agentur für Social Marketing. Ein Geschäftskonzept, mit dem sie vor drei Jahren noch ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt hatte. Auch ein Grund für Maike Riedel sich überhaupt mit dem Gedanken Start up zu befassen.

 „Als ich mich vor drei Jahren weiterentwickeln wollte und beruflich noch mehr den Fokus auf den Bereich Social Marketing legen wollte, gab es schlichtweg keine passenden Stellen hier. Weg aus der Region war keine Option, also blieb am Ende nur der Schritt in die Existenzgrünung“, konstatiert Riedel.

Und genau solche innovativen Ideen haben eine größere Chance sich auf dem Wirtschaftsmarkt zu behaupten, weiß auch Sören Uhle, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- u. Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE):

„Gründen ist leichter geworden, das ist definitiv spürbar. Es gibt Branchen, die mit ihren Markteintrittsbarrieren eher nach Alleinstellungsmerkmalen verlangen, damit Unternehmen auch bestehen. Entscheidend ist innovative Ideen und Nischen zu finden, die auf die regionale Wirtschaft zugeschnitten sind.“

 

„Während deutschlandweit, insbesondere in Berlin, sicherlich IT-Gründungen, etwa mit einer neuen App, boomen, sind Hochschulausgründungen in der Region, oftmals eher technologiegetrieben und setzen etwa Forschungsergebnisse um. Branchenmäßig sind hier daher die verschiedenen Spezialisierungen der Hochschulen vertreten: Gründungen rund um den Automobilbau, um Leichtbau oder auch um Rohstoffthemen beispielsweise“, so Dr. Markus Braun vom Gründernetzwerk SAXEED in Chemnitz.

Auch Sören Uhle unterstreicht:

„In Chemnitz sind vor allem Gründungen, die gut zur Kernbranche passen, vorzufinden. Es ist grundsätzlich zu klären, passt die Gründeridee in das bestehende Netzwerk vor Ort.”

Einen guten Markteintritt gelingen auch Ideen aus der Kreativwirtschaft, so wie Maike Riedel mit ihrer Social Marketing Agentur. Erstmals hinterfragt hat Maike Riedel ihre Idee der Existenzgründung bereits als es um Förderungsmittel der Agentur für Arbeit ging.

„Dort machte man mir zunächst wenige Aussichten auf Erfolg. Mit meinen Qualifikationen galt ich als vermittelbar und damit nicht förderfähig. Da habe ich an meiner Entscheidung gezweifelt. Aber nach der Abgabe des Businessplan und der anschließenden Bewilligung des Fördermittelantrages war zumindestens für das erste halbe Jahr die finanzielle Hürde genommen“, so Riedel.

Sogenannte Buisnessangel, d.h. finanzkräftige Kapitalgeber für Existenzgründer, wie in Amerika zum guten Ton und auch in den westlichen Bundesländern mittlerweile existieren, spielen in Sachsen keine Rolle.

„Gründer sind auf die Finanzierung durch die Banken und auf die staatlichen Gründerprogramme angewiesen, sofern sie Startkapital nicht im Familien- und Freundeskreis akquirieren können“, erklärt Robert Schimke von der Handwerkskammer Chemnitz.

Dabei müssen es nicht unbedingt immer kostenintensive Unternehmengründungen im Produktionsbereich sein, sondern auch Dienstleistungangebote, die bestehende Unternehmen mit ihrem Know-how unterstützen.

„Unserer Erfahrung nach scheitern gute Ideen nicht daran, dass ihnen der Zugang zu Kapital fehlt“, so Jana Mischke von  SAXEED.

In Chemnitz finden Gründer durch die Kooperation zwischen Industrie- und Handelkammer, Handwerkskammer, Agentur für Arbeit, SAXEED, Technologie Centrum Chemnitz und Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- u. Entwicklungsgesellschaft mbH ein gutes Beraternetzwerk vor.

„Dabei stehen wir nicht im Konkurrenzkampf untereinander, sondern analysien gemeinsam die Potentiale, um die Wirtschaftsstruktur der Stadt zu fördern. Denn am Ende helfen innovative Gründungen der regionale Wirtschaft und Chemnitz zum Wachstum. Und wenn diese wachsen, bietet sie auch besser Möglichkeiten um Ideen umzusetzen“, erklärt Uhle.

Franca Heß, Referatsleiterin der Existenz- und -sicherhungsberatung der IHK fügt an:

„Durch neue Unternehmensgründungen wächst die Zahl der Akteure im Wettbewerbsgeschehen. Ein neues Unternehmen fordert die bestehenden Unternehmen mit neuen Produkten und Verfahren heraus und treibt damit den Wettbewerb an.“

Gleichzeitig hat Chemnitz mit seiner Größe optimale Bedingungen, um eine guten Markt bieten zu können und die Möglichkeit ein gut funktionierendes Networking zu gewährleisten. Ein Umstand der sich auch in den Zahlen wiederspiegelt. Es gibt in der Stadt eine gute Gründerkultur.

„Man kann schon sagen, dass das Thema Selbstständigkeit für viele Menschen deutlich mehr Raum einnimmt als noch vor einigen Jahren. Die Anzahl der von SAXEED betreuten Projekte ist über alle vier Hochschulen betrachtet mit rund 100 Gründungsprojekten pro Jahr relativ stabil, ist aber etwa 2-3 mal so hoch wie noch vor 10 Jahren“, so Dr. Markus Braun.

Die Handwerkskammer Chemnitz verzeichnet hingegen in den letzten fünf Jahren einen Rückgang an Gründungen und Firmenübernahmen. Waren es 2010 im gesamten Kammerbezirk noch 1358 (Chemnitz 242) sind es im vergangenen Jahr nur noch 1058 (Chemnitz 172). Gleiches Bild prognostiziert die Industrie- und Handelskammer.

“Wir haben 2015 34 Gründung als CWE betreut. Dabei sind 43 Arbeitsplätze entstanden mit einen Investitionsvolumen von rund 500000 Euro. Es spiegelt auch das Bild wieder, dass es bei den Neugründungen weniger um finanzielle Quantität, sindern vielmehr um Qualität der Idee geht, d.h. wie wertschöpfend ist diese”, erklärt Uhle.

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