1000 Euro! Piwarz lockt Lehrer auf’s Land

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bietet Referendaren 1000 Euro Gehaltszulage, wenn sie im ländlichen Raum unterrichten. Außerdem sollen Lehrer bald in Annaberg-Buchholz und Löbau ausgebildet werden. Foto: pixabay.com

Lehrer braucht das Land!

Von Sven Günther
Annaberg-Buchholz. 1000 Euro! Mit dieser Zulage auf das Grundgehalt von 1500 Euro will Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) Referendare aller Schularten ab August dazu bewegen, im ländlichen Raum zu unterrichten. Wer zustimmt, gehört zu den bestbezahlten Nachwuchslehrern Deutschlands.
Die Regelung gilt für die Dauer des Refendariats, das auch auf dem Land absolviert werden muss. Anschließend müssen die neuen Lehrer fünf Jahre an einer Schule in der Region arbeiten, weil es hier einen erheblichen Bedarf gibt, der aktuell nicht gedeckt werden kann.

Ländlicher Raum heißt: An einer Schule außerhalb der Ballungsräume Leizig und Dresden. Das bedeutet: Bei den Lehrern ist auch in Chemnitz die Situation mies. Ministeriumssprecher Dirk Reelfs: “Bei allen bisherigen Einstellungsverfahren hat es sich gezeigt, dass es enorm schwierig ist, junge Lehrer für ein Einstellungsangebot in Chemnitz zu begeistern.” Deshalb werden die 1000 Euro auch hier gezahlt.

Gemeinden, für die der Zuschlag NICHT gezahlt wird, finden Sie hier

Sachsen lockt Referendare mit 1000 Euro Zulage aufs Land

Wer bereits im Februar mit dem Referendariat beginnt oder im August 2018 begonnen hat, kann die Prämie rückwirkend erhalten. Wer sie nur ein Jahr bekommen möchte, muss drei Jahre und vier Monate in der Region unterrichten. Nach einem Jahr wird vom Kultusministerium geprüft, ob die Regelung Lehrer auf’s Land gelockt hat.

Welche Sanktionen möglich sind, falls ein Lehrer trotz gezahlter Zulage die Region verlässt, wird erst nach in Kraft treten der Verwaltungsvorschrift festgelegt.

Lehrerausbildung in Annaberg-Buchholz und Löbau

Als zweite Maßnahme zur Lehrergewinnung an Grundschulen richtet der Freistaat zwei neue Ausbildungsstätten in Annaberg-Buchholz und Löbau ein. Reelfs: “In diesen Regionen sind die Lehrerbedarfe sehr groß. Wir hoffen, dass es durch die Ausbildungsstätten gewisse ‘Klebeeffekte’ gibt, sprich, die angehenden Lehrerinnen und Lehrer nach der Ausbildung in der Region bleiben.”

In der Erzgebirgshauptstadt wird das fast leerstehende Gebäude des Beruflichen Schulzentrums (Bärensteiner Straße/Straße der Einheit) genutzt.

Kultusminister Christian Piwarz: “Mit diesen beiden Maßnahmen soll es uns besser als bisher gelingen, Lehrernachwuchs an Bedarfsregionen zu binden. Wer den Anwärtersonderzuschlag bekommt, gehört zu den bestbezahlten Referendaren in ganz Deutschland.”

Dass Grundschullehrer in Annaberg-Buchholz ausgebildet werden sollen, freut OB Rolf Schmidt (Freie Wähler “Wir für unsere Stadt”). Er sagte dem WochenENDspiegel: “Eine Supersache. So kommen junge Leute in die Stadt und werden auch nach der Ausbildung hier arbeiten und dabei merken, dass es sich lohnt, in unserer Region zu leben.”

Dass Grundschullehrer in Annaberg-Buchholz ausgebildet werden sollen, freut OB Rolf Schmidt (Freie Wähler “Wir für unsere Stadt”). Foto: Stadt Annaberg-Buchholz

Und weiter: “Ich arbeite seit meinem Amtsantritt intensiv daran, die Stadt zu einem Bildungsstandort zu machen. Gespräche zur Ansiedlung einer privaten Hochschule laufen positiv. Das Projekt Smart Rail Connectivity Campus mit der Deutschen Bahn AG und der Uni Chemnitz ist auf einem guten Weg, wovon sich Ministerpräsident Michael Kretschmer am Montag bei seinem Besuch in Annaberg-Buchholz überzeugen wird. Dass jetzt die Grundschullehrer-Ausbildung als dritter Baustein dazukommt, freut mich wirklich sehr, weil das die Bemühungen in Sachen Bildungsstandort untermauert.”

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