Bürgerdialog: Weitere 150 Asylbewerber für Neuplanitz

Rund 300 Planitzer verfolgten die am Dienstagabend die Informationsveranstaltung, in der es um die weitere Unterbringung von Asylbewerbern in dem Stadt Stadtteil ging. Foto: Alice Jagals

Rund 300 Planitzer verfolgten am Dienstagabend die Informationsveranstaltung in der PLanitzer Turnhalle, in der es um die weitere Unterbringung von 150 Asylbewerbern in dem Stadt Stadtteil ging. Foto: Alice Jagals

Neuplanitz. Weitere 147 Asylbewerber – voraussichtlich Familien und einige unbegleitete Minderjährige (UMAS) – werden in den kommenden Tagen in Neuplanitz untergebracht werden.  Als Objekt dient das Haus in der Marschlewskistraße 8. Das sollte eigentlich abgerissen werden. Doch nun wird es für die kommenden fünf Jahre unter der Betreuung des ASB für Asylbewerber zur Verfügung stehen. Um das Haus wieder auf Vordermann zu bringen, investierte die GGZ über 90.000 Euro. „Je nach der späteren Situation werden wir nach diesem Zeitraum das Gebäude zurückbauen“, sagte GGZ-Geschäftsführerin Maritta Freitag am Dienstabend bei einer geladenen Bürgerversammlung in der Neuplanitzer Turnhalle in der Dortmunder Straße.

Und genau hier lag – abgesehen von der sehr schlechten Akkustik – erneut das Problem: Es hatten lediglich Anwohner, die eine Einladung der Verwaltung erhielten, die Möglichkeit, daran teilzunehmen. Der Rest harrte in der Kälte aus. Gewohnt moderierte Rainer Eichhorn, Zwickaus Oberbürgermeister a.D., die Veranstaltung. Weiterhin stand je ein Vertreter der Polizei, des Landkreises und des ASB sowie Oberbürgermeisterin Pia Findeiß für Fragen zur Verfügung. Letztere zeigte sich erneut sehr still.

Die Gäste selbst hatten vor allem Wut und Angst mitgebracht. Wut vor allem darüber, dass ihnen keiner Sicherheit versprechen kann.

Manch einer brachte Beispiele aus dem Bekanntenkreis oder aus eigener Erfahrung an, die belegen sollten, dass ein Miteinander mit einer fremden Kultur nicht gelingen könne. So sei das „Begrapschen“ und Verfolgen durch „Asylanten“ des Öfteren vorgekommen – vordergründig in den Arcaden. An anderer Stelle erzählte eine Mutter von ihrem 13-jährigen Jungen, der nicht mehr ausgelassen Fußball spielen könne, weil ihm die ausländischen Jugendlichen unter anderem den Ball wegnehmen würden und sie daher sehr besorgt sei.

Lediglich einer der Anwesenden interessierte sich für die Kosten des Wohnprojektes. Ein weiterer wollte wissen, inwiefern die Asylbewerber im Falle eines Unfalls Haftpflicht versichert sind. Doch hierbei vertröstete der ASB auf eine „derzeitige Lösungssuche“.

Besonders was die Ängste der Planitzer angeht, ermutigte die Polizei immer wieder, jeden negativen Vorfall an die 110 zu melden. Denn nur dann könne gehandelt werden.

Doch wie in so vielen solcher Dialoge – von denen der Landkreis Zwickau der Einzige wäre, der ein solches Angebot verbreitet – gaben die Gastgeber erneut zu, selber nichts an der Sache ändern zu können. Und viele Fragen an diesem Abend müssten an anderer Stelle gestellt werden.

Update am 17.2.

Polizei ermittelt wegen Beleidigung
Zwickau – (am) Für Aufsehen und polizeiliche Ermittlungen sorgte am Dienstag, gegen 17:50 Uhr eine 53-Jährige, welche aus einer Gruppe von ca. 30 Personen heraus wüste Beschimpfungen gegen die vor Ort anwesende Oberbürgermeisterin äußerte. Der Vorfall ereignete sich vor dem Beginn einer Bürgerversammlung an der Sporthalle auf der Dortmunder Straße. Die Ermittlungen zur Strafanzeige wegen Beleidigung dauern an.

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