116 Handwerksmeister feiern Goldene Hochzeit

Wiedervereint auf der Goldene-Meister-Feier: Damenschneidermeisterinnen Heidrun Schlott, Barbara Langer, Theresia Schäffer und Carmen Geidelt (v. l.).
Fotos: Sven Gleisberg/Handwerkskammer Chemnitz

Handwerkskammer ehrt Goldene Meister

Die Goldene-Meister-Feier hat sie wieder zusammengeführt: Heidrun Schlott, Barbara Langer, Theresia Schäffer und Carmen Geidelt haben im Juli 1967 gemeinsam ihre Meisterprüfungen als Damenmaßschneiderinnen abgelegt. Im Vorfeld der Goldene-Meister-Feier, mit der die Handwerkskammer Chemnitz alljährlich die Meister zum 50. Jahrestag ihres Abschlusses würdigt, haben sie sich wiedergefunden. Die vier gehören zu den 116 goldenen Meistern, die am 21. November in der Stadthalle Limbach-Oberfrohna das Jubiläum ihres Meisterbriefs feierten.
Die Lebensgeschichten der Meister, so Handwerkskammer-Präsident Frank Wagner in seiner Begrüßungsrede, seien einzigartig, sie eine der Entschluss, mit der Meisterausbildung in die jahrhundertealte Generationenfolge des Handwerks einzutreten.
In diesem Jahr konnten Meister aus 31 Gewerken die Goldene Meisterurkunde entgegennehmen, darunter auch die Vertreter selten gewordener Handwerke wie ein Hüttenmechanikermeister, ein Bandagistenmeister und ein Scheibentöpfermeister.
32 der diesjährigen goldenen Meister üben ihr Handwerk noch aktiv aus – ein Umstand, den Handwerkskammer-Präsident Wagner eigens würdigte: „Fürs Handwerk ist es ein Gewinn, wenn erfahrene Meister auch im Rentenalter noch Erfahrungen weitergeben. Zumal einige kleine Gewerke ohne die Senioren nur schwer überleben würden.“
Wagner dankte zudem den zahlreichen Meistern, die ehrenamtlich in der Selbstverwaltung des Handwerks tätig waren. Das Ehrenamt, so Wagner, sei die „Herzkammer eines funktionieren Berufsstandes“. Mit Wolfgang Rühlig war unter den diesjährigen goldenen Meistern auch ein besonders exponierter Ehrenamtvertreter: Rühlig war Präsident der Handwerkskammer Chemnitz und des Sächsischen Handwerkstags.
Exemplarisch für die Geschichte zahlreicher goldener Meister stehen die Lebenswege der Damenschneidermeisterinnen Heidrun Schlott, Barbara Langer, Theresia Schäffer und Carmen Geidelt. 1989 von der politischen Wende dem Strukturwandel in der Textilbranche vor vollendete Tatsachen gestellt, rutschten ihre vormals gefragten Gewerke in die Nische, die Meisterinnen mussten sich neu orientieren. Die Chemnitzerin Carmen Geidelt gab nach 23 Jahren als Meisterin ihre Selbständigkeit auf und fing bei einem großen Textileinzelhändler
an zu arbeiten. „Ich wollte mindestens 25 Jahre als Selbständige arbeiten, aber die Leute sind von einem Tag auf den anderen in die
großen Kaufhäuser gerannt“, sagt sie. In ihrer neuen Arbeit sei sie fachlich weniger gefordert gewesen als vorher, aber den Kundenkontakt habe sie gemocht: „Das war mehr Leben, als allein in der Werkstatt zu arbeiten.“

Als durch die Kollektivierung der DDR-Landwirtschaft die Aufträge wegbrachen, richtete er seinen Betrieb auf den Bau von Bauernmöbel aus: Stellmachermeister Wolfgang Seidel aus Ehrenfriedersdorf.

 

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