2016: Pia Findeiß zieht Bilanz

Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß lud am Donnerstag Journalisten zu einer Gesprächsrunde ein. Foto: Alice Jagals

Zwickau. 2016 war für Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß persönlich das „schwierigste Jahr“. Vor Journalisten gab sie am heutigen Donnerstag im Hortneubau der Stadtstrolche ein kleines Resümee der vergangenen zwölf Monate.

Und  dabei war das große Wort „Demokratie“ immer wieder Thema. Für sie ist es die beste Gesellschaftsform, die in die Praxis umgesetzt worden ist. „Mir gefällt das Zusammenleben derzeit nicht“, betonte sie immer wieder. „Die aktuelle politische Situation zeigt, dass extreme Positionen zu Hass und Gewalt führen.“

Ein Ausmaß, welches das Stadtoberhaupt in diesem Jahr auch selbst zu spüren bekam: Ein Steinschlag, zahlreiche Beschimpfungen und Unruhen bei Stadtratssitzungen, Veranstaltungen und Stadtspaziergängen. Anzeige hatte sie auch erstattet. Ein Täter wurde nicht gefunden.

Unterkriegen lässt sie sich dennoch nicht. Immerhin wurde trotz VW-Krise kräftig investiert. So wurden zahlreiche Bauprojekte wie der Hortneubau für die Stadtstrolche, die Scheffelbergschule, sämtliche Straßenbaumaßnahmen und das Stadion fertig gestellt.

Apropos Stadion: Trotz des fehlenden FSV Zwickau-Budgets von über 400.000 Euro sieht Findeiß gelassen in die Zukunft. Es werden keinesfalls Steuergelder für den Ausgleich verwendet werden. Der Verein könne wie alle anderen Vereine von der Sportförderung profitieren. „Doch in erster Linie muss der Verein auch mal miteinander reden, statt übereinander.“

Und was wäre die Stadt ohne ehrenamtliches Engagement? Die Jugend verbreitet gute Laune mit ihren Spätis, im historischen Dorf packt jeder mal mit an und beim Fackelumzug zeigt Zwickau Herz.

Herzlich eingeladen wurden die Oberbürgermeisterin ebenfalls. Ein Besuch bei Angela Merkel und ein im Vatikan waren nur zwei ihrer zahlreichen Außentermine. Und oftmals sieht sie sich damit konfrontiert, dass es immer noch weniger die Frauen sind, die in der Politik zu finden sind. Und auch klein angefangen hat sie eine klare Meinung: „Frauen sollten mehr Mut haben zu sprechen. Dann wird auch die Demokratie die Möglichkeit haben, sich in anderen Ländern zu entfalten. Und auch die Familien, die jetzt zu uns gekommen sind, könnten es.“

Positiv soll es auch weitergehen. 2017 weist der Haushalt ein Budget von 220 Millionen Euro auf. Davon wird unter anderem die Gewandhaussanierung begonnen, das Puppentheater wird teilweise saniert genauso wie beispielsweise die Fucikschule. Das Ballsportzentrum und die Turnhalle für das Clara-Wieck-Gymnasium stehen ebenfalls auf der Agenda. Die Liste ist lang, die Stadtratssitzungen werden es wahrscheinlich auch wieder.

 

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