2,9 Prozent mehr Lohn in ostdeutscher Textilbranche

In der ostdeutschen Textilbranche werden ab 1. Juni 2,9 Prozent mehr Lohn gezahlt. Urlaubs- und Lehrlingsgeld steigen. Das Einstiegsgehalt bei tarifgebundenen Firmen liegt dann bei rund 1600 Euro.

Neuer Tarifvertrag ostdeutscher Textilbranche

Von Sven Günther
Chemnitz/Zwickau. Es gibt mehr Geld! Die Meldung die IG Metall und der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti) aktuell an die Medien schicken, wird die rund 16.000 Mitarbeiter der ostdeutschen Textilbranche freuen.
Selbst wenn nicht alle von ihnen in tarifgebundenen Firmen beschäftigt sind, gilt der neue Abschluss (gilt zwei Jahre) doch als richtungsweisend.
Nach dem gibt es für Beschäftigten ab 1. Juni 2,9 Prozent und ab 1. September 2018 noch einmal 1,9 Prozent mehr Geld. Damit erhöht sich das Mindestbruttoeinkommen auf rund 1600 Euro, das nach einem Vierteljahr dann auf 1720 Euro steigt.
Das Lehrlingsgeld steigt überproportional. Ab Juni klettert es im ersten Ausbildungsjahr auf 745 Euro, im zweiten auf 795 Euro, im dritten auf 845 Euro und im vierten Ausbildungsjahr auf 895 Euro.
Ab 1. September 2018 folgt eine weitere Erhöhung im 1. Ausbildungsjahr auf 765 Euro, im 2. Ausbildungsjahr auf 815 Euro, im 3. Ausbildungsjahr auf 865 Euro und im 4. Ausbildungsjahr auf 915 Euro.

Beim Thema Altersteilzeit wurde vereinbart, den ausgelaufenen Tarifvertrag mit Änderungen wieder in Kraft zu setzen. Dieser enthält jetzt u. a. als Voraussetzung eine mindestens zehnjährige Betriebszugehörigkeit und bei der Berechnung der Anzahl der Anspruchsberechtigten eine Staffelung nach der Betriebsgröße.  Der Tarifvertrag zur unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten wurde wieder in Kraft gesetzt.

„Nach sehr intensiven Verhandlungen haben wir einen tragfähigen Kompromiss erzielt, der den Beschäftigten entgegenkommt und unseren Unternehmen mittelfristig Planungssicherheit bringt“, kommentierte Ralf Lechner, Vorsitzender des Tarif- und Sozialausschusses des vti, das Verhandlungsergebnis.

Die Textilbranche in der Region benötigt Nachwuchs: An der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) können Abiturienten im Studiengang Textile Strukturen und Technologien einen Bachelor-Abschluss erwerben und anschließend an der TU Chemnitz den Master “aufsatteln”. Im Bild zu sehen sind Julia Hahn und Matthias Müller im Technikum des Instituts für Textil- und Ledertechnik der WHZ. Foto: WHZ / Helge Gerischer

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