Start Mittelsachsen Fördermittel für "Schauplatz-Erz" in Freiberg
Artikel von: Constanze Lenk
16.05.2018

Fördermittel für “Schauplatz-Erz” in Freiberg

Fördergeld unter Tage: Die Sächsische Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange – im Bild mit TU-Kanzler Jens Then, MdL Steve Ittershagen (CDU) und Prof. Dr.-Ing. Helmut Mischo (Professor für Rohstoffabbau und Spezialverfahren) – übergab am 16. Mai einen Förderbescheid von 474.000 Euro an die TU Bergakademie Freiberg für den “Schauplatz Erz” im Rahmen der 4. Sächsischen Landesausstellung anno 2020. Foto: Steffen Ulbricht

Im Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg hat Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange heute unter Tage einen Förderbescheid in Höhe von 474.000 Euro übergeben. Die TU verwendet die Mittel, um den „Schauplatz Erz“ als Begleitausstellung der 4. Sächsischen Landesausstellung im Jahr 2020 (25. April bis 1. November 2020) zu gestalten.
Das Forschungs- und Lehrbergwerk ist die sechste und letzte Station der Ministerin bei ihren Besuchen der Branchenschauplätze, die die branchenübergreifende Zentralausstellung Leitausstellung flankieren werden. Die branchenübergreifende Leitaustellung findet im Audi-Bau in Zwickau statt und widmet sich dem Thema „Industrie I Kultur I Mensch“. Träger ist das Deutsche Hygiene-Museum Dresden.
Dr. Eva-Maria Stange erklärte dazu: „Uns ist es wichtig, den Besucherinnen und Besuchern mit diesen insgesamt sechs Zusatzausstellungen an authentischen Orten Industriezweige näherzubringen, die für die industrielle Entwicklung Sachsens prägend waren. Die Schachtanlage „Reiche Zeche“ in Freiberg gehörte im 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten und innovativsten Erzbergwerken Europas. Sie wird bis heute zu Forschungs- und Ausbildungszwecken genutzt. Dieses Alleinstellungsmerkmal wird im Rahmen der Landesausstellung aufgegriffen. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein Wissenserlebnispfad Bergbau sowie Forschungstouren, die zum erlebnisreichen Lernen einladen.“
„Die Montanindustrie brachte einen Fundus an wissenschaftlich-technischem Know-How hervor, der für die Herausforderungen des Industriezeitalters sehr gut genutzt werden konnte“, sagte Prof. Klaus-Dieter Barbknecht, Rektor der TU Bergakademie Freiberg. „Die Bergakademie war hierbei mit Ausbildung und Forschung ein wichtiger Katalysator. Hieran knüpfen wir heute an mit einer modernen Ausrichtung auf Ressourcentechnologien.“
Der Fördermittelbescheid ging an die TU Bergakademie Freiberg als Träger der Ausstellung. Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:
• Industriemuseum Chemnitz – Schauplatz Maschinenbau
• Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf – Schauplatz Eisenbahn
• Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau – Schauplatz Textil
• Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge – Schauplatz Kohle
• Horch-Museum Zwickau – Schauplatz Automobilbau
• Himmelfahrt Fundgrube Freiberg – Schauplatz Erz
Für die 4. Sächsischen Landesausstellung werden in Freiberg das Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie und das vom Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V. geführte Besucherbergwerk – beides auf dem Gelände der Bergwerksanlage „Reiche Zeche“ – neu gestaltet, um die Bedeutung des Erzbergbaus für die Industrialisierung Sachsens darzustellen. Das Erzgebirgische Montanwesen war grundlegend für eine kontinuierliche wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen. Ohne Bergbau, Aufbereitung, Hüttenwesen und die Verarbeitung der gewonnenen Rohstoffe wären die Industrialisierung Sachsens und seine Vorreiterrolle in Deutschland kaum denkbar