Motto: Geben und Nehmen – Studentin sorgt mit Tauschkiste für mehr Nachhaltigkeit

Anna Obst (23) setzt sich mit ihrer Idee einer Tauschkiste in Zwickaus Innenstadt für mehr Nachhaltigkeit ein. Foto: Judith Hauße

Zwickau. Sie steht seit ein paar Wochen auf einem privaten Parkplatz an der Peter-Breuer-Straße: Eine rotbraun gefärbte Kiste, beschriftet und gefüllt mit vielen verschiedenen Gegenständen des täglichen Lebens – Ein Jugendprojekt der Zwickauer Studentin Anna Obst.

Die 23-Jährige ist die Initiatorin des geheimnisvollen Schrankes in der Zwickauer Innenstadt. Im Gespräch mit dem WochenENDspiegel verrät sie was sich dahinter verbirgt.
„Jeder hat heutzutage doch irgendwo einen vollgestopften Keller, ein übervolles Regal oder herumstehende Sachen, die man irgendwann vielleicht mal benutzt hat, aber jetzt nur noch verstauben. Vielleicht haben andere ja noch daran Interesse, aber wer weiß das schon? Genau für diesen Fall ist dieser Schrank gedacht. Jeder darf etwas hineinlegen als auch etwas herausnehmen, ohne, dass das eine das andere bedingt“, erklärt Obst.

Angefangen bei Büchern über Kleidung bishin zu Bastelsachen und Alltagsgegenstände – alles kann in die Tauschkiste gelangen. Lediglich unerwünscht sind kaputte Gegenstände und solche, die nicht in den Schrank passen. Schließlich sagte Obst dem WochenENDspiegel, dass zweimal pro Woche nachgeschaut werde, ob sich Müll darin befindet.

Die Kiste soll einen Raum für Begegnung und Austausch schaffen. Foto: Anna Obst

Dabei ist der Gedanke einer Tauschkiste nichts Neues in Deutschland. In Städten wie Berlin oder Hamburg gibt es sie schließlich bereits schon seit eingen Jahren. Und nun auch in Zwickau. Denn die Zwickauer Studentin Anna Obst brachte die Idee der Wechselstube von ihrer Studienzeit in Heidelberg mit in die Muldestadt. „Zwickau hat so viel Potenzial. Und das Konzept des Tauschschrankes steht für mehr Austausch und Begegnung sowie als Raum für ein nachhaltigeres Konsumverhalten“, sagt die 23-Jährige.

Die „Tauschkiste“  ist ein Konzept mit sozialen gemeinnützigen, nachhaltigen und konsumkritischen Argumenten. Gegenständen, die mit Energieaufwand und Ressourcen hergestellt wurden, gibt man die Möglichkeit, weiter genutzt zu werden, anstatt sie wegzuwerfen. Das trägt zum bewussteren Umgang mit Ressourcen bei und eröffnet die Option, Gegenstände weiterzugeben, die ihren Marktwert verloren haben, ihren Gebrauchswert aber immer noch besitzen.

Beim Aufbau der Kiste wurde die junge Studentin vom Jugendbuffet der Stadt Zwickau unterstützt. Das Ziel der Jugendlichen war es, auch den öffentlichen Raum etwas aufzuwerten.

Dabei ist es die Überzeugung, dass Gegenstände, so alt sie auch sind, einen Wert besitzen. Heutzutage konsumieren wir schnell und vor allem billig. Probleme, die durch dieses Konsumverhalten hervorgerufen werden, sind offensichtlich. Stichworte wie Umweltprobleme und Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich reichen vermutlich um dies aufzuzeigen.

 

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