90 Jahre Sachsenring

Motorsportnostalgie pur: Start der Klasse bis 350 Kubikzentimeter im Jahre 1958. Foto: privat

Hohenstein-Ernstthal. 90 Jahre Sachsenring. Das Jubiläum wird von heute bis 18. Juni im Rahmen der ADAC Sachsenring Classic gebührend gefeiert. Drei Tage lang wird in der motorsportlichen Histoprie der Region geblättert. Auf dem Sachsenring wird es laut, schnell und spektakulär. Im Jahr des 90jährigen Bestehens des Sachsenrings können sich die Besucher zum Beispiel auf eine Klasse mit ehemaligen MZ-Rennmaschinen freuen, auf welchen, u.a. vom letzten verbliebenen DDR Werksfahrer Heinz Rosner, insbesondere in den 1950 – 70er Jahren zahlreiche WM-Punkte erkämpft wurden. Im Automobilbereich erwarten die Besucher zwei Rennklassen mit Formel- und Tourenwagenrennen osteuropäischer Fabrikate. Fahrzeuge, welche hier an den Start gehen, sind z.B. die legendären Melkus MT77, die Estonia-Rennwagen, die Ladas, Skodas oder Zastavas.

Ergänzt wird die ADAC Sachsenring Classic durch einen Sonderlauf von historischen Motorrädern, organisiert in Zusammenarbeit mit den Motorsportclubs rund um den Sachsenring. Unter der Überschrift CLASSIC KINGS werden ehemalige Grand Prix Fahrer und Weltmeister am Sachsenring zu Gast sein. Aushängeschild wird der 15fache Motorradweltmeister und 11-fache Sachsenring – Grand Prix Sieger Giacomo Agostini sein, welcher zudem am 16. Juni seinen 75. Geburtstag am Sachsenring feiert. Professionell organisiert gibt es neben einem Training, zwei Showrennen, Autogramm- und Interviewrunden mit den Stars. Erwartet wird ein Fahrerfeld mit 20 Startern. Neben Giacomo Agostini haben mit Gianfranco Bonera und Marco Lucchinelli zwei erfolgreiche Grand Prix Fahrer ihr Kommen bestätigt. Marco Lucchinelli (Italien) ging von 1975 – 1986 in der Motorradweltmeisterschaft vornehmlich in der 500ccm-Klasse an den Start. Auf einer 500ccm Suzuki wurde Lucchinelli 1981 Motorradweltmeister. Gianfranco Bonera (Italien) errang in der 500er Klasse auf MV Agusta den Vizeweltmeistertitel 1974. Bonera war von 1973 – 1980 in der Motorrad WM dabei. Insgesamt gehen 15 verschiedene Klassen an den Start.

Im Rahmen der ADAC Sachsenring Classic organisiert der 1. Chemnitzer Käfer-Club ein 1/8 Meilen Rennen auf der Start- und Zielgeraden des Sachsenrings. Beginn der Veranstaltung ist am 16. Juni, 18.30 Uhr. Ab 17 Uhr beginnt bereits das „große Krabbeln“, wenn sich die getunten VW Käfer an der Karthalle am Sachsenring einfinden.

Genau 90 Jahre ist es her, dass auf dem Sachsenring die ersten Rennrunden gedreht wurden. 1927 nannte sich das Rennen aber noch Erstes Badberg-Viereck-Rennen. Der Kurs war damals 8.618 Meter lang. Es dauerte eine „Ewigkeit“ bis die Fahrer eine Runde absolviert hatten. Die Besucher mussten sich ganz schön gedulden, bis ihre Mototsport-Idole an ihnen vorüberfuhren.

Start und Ziel war kurz nach dem Lutherstift. Von da aus ging es über die heutige Friedrich-Engels-Straße in die Stadt hinein. Über Badstraße und Waldenburger Chausee führte die Strecke bis zur Kurve, in welcher der Bauer Nötzold sein Gut betrieb. Später ging diese Stelle als Nötzold Kurve in die hiesige Rennsportgeschichte ein.

Weiter führte die Strecke den Heiteren Blick hinunter, die Eisenstraße entlang und am Wasserwerk vorbei. Hinauf ging es zum Queckenberg. Dort musste fast im rechten Winkel nach links auf die Lerchenstraße abgebogen werden. Schließlich gelangten die Fahrer wieder an Start und Ziel an.

Später wurde der Kurs abgeändert. Start und Ziel wurde auf die Lerchenstraße, gleich nach der Queckenbergkurve verlagert. Die Kurve selbst erfuhr auch eine Umbaumaßnahme. Sie wurde neu angelegt und überhöht. Deren ursprüngliches Pflaster musste später einer Asphaltschicht weichen Um die Strecke zu entschärfen wurde auf dem Teilstück nach dem Heiteren Blick eine Schikane gebaut. Auch vor der Einfahrt in die Stadt entstand eine Schikane Dennoch wurden später keine Renen mehr gefahren, weil die Sicherheit des alten Ringes mehr als mangelhaft war. Erst mit dem Bau des Verkehrssicherheitszentrums konnte die Renntradition fortgesetzt werden, deren Highlight zweifelsohne der alljährliche Motorrad-WM-Lauf ist, der stets mehr als 200.000 Besucher an den Ring lockt. uw

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