9,1 Millionen Euro teurer Neubau des offenen Vollzugs an JVA Chemnitz übergeben

Eike König-Bender, Leiterin der Justizvollzugsanstalt, bei der Besichtigung des Mutter-Kind-Bereiches mit Markus Nier, Justizvollzugsbeamter. Männer sind hier als Aufsicht allerdings nicht zugelassen. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Von innen wirkt es ein bisschen wie in der Jugendherberge: kleine aber feine Zimmer, ein gemütlicher und bunter Aufenthaltsraum, Spielecken für Kinder. Doch der Zaun um das Geländet macht deutlich: Auch der offene Vollzug ist ein Gefängnis. Heute wurde an Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow der Schlüssel für den Neubau des offenen Vollzuges der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz auf der Thalheimer  Straße übergeben. Dieser reichte ihn umgehend an Eike König-Bender, Leiterin der JVA, weiter.

Blick in ein Mutter-Kind-Zimmer.

Gemkow: „Mit dem Neubau wird ein weiteres wichtiges Bauvorhaben der Justizvollzugsanstalt Chemnitz abgeschlossen. Die entstehenden Kapazitäten werden auch dafür genutzt, verurteilte Frauen mit ihren Babys gemeinsam unter zu bringen.“  Insgesamt bietet der in drei Bauteile gegliederte Neubau Platz für 95 Insassen. Dabei gibt es jeweils räumlich voneinander getrennte Bereiche für Männer, Frauen, weibliche Jugendliche und eben auch Mütter mit Kindern.  Neben dem Haftgebäude wurden Außenanlagen mit Sportanlagen und Freizeitgelände, separate Bereiche für Jugendliche sowie in einem gesonderten Mutter-Kind-Bereich Sitzgelegenheiten und Spielflächen untergebracht.

Notwendig wurde der Neubau, da der bisherige offene Vollzug auf der Altendorfer Straße aufgeben werden musste. Seit Mitte der 1990er Jahre wird auf Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung zwischen Sachsen und Thüringen der Strafvollzug an weiblichen Gefangenen gemeinsam durchgeführt.
Der Neubau auf der Thalheimer Straße kostet 9,1 Millionen Euro. Er wird von der Niederlassung Chemnitz des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement betreut und durch Steuermittel mitfinanziert.

„Das neue Haftgebäude bietet mit seinem räumlichen Zuschnitt und seinen modernen Einrichtungen beste Voraussetzungen für einen sicheren und zugleich effizienten Strafvollzug“, äußerte Finanzminister Dr. Matthias Haß. Die ursprünglich geplanten Baukosten seien trotz steigender Baupreise eingehalten worden.

Außenansicht des offenen Vollzuges.

Jobs in Deiner Region

Facebook