Abitur erst ab Klasse 8!

Dietmar Mothes Foto: Handwerkskammer Chemnitz

Dietmar Mothes
Foto: Handwerkskammer Chemnitz

Abitur? Wir sind die Reparatur-Werkstatt in Sachen Bildung!

Von Sven Günther
Chemnitz/Erzgebirge. Dietmar Mothes, der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz kritisiert das Niveau der Bildung an Oberschulen, sagt dem WochenSpiegel Erzgebirge: „Es kann nicht sein, dass immer mehr Stunden ausfallen. Aus Gesprächen  weiß ich, dass die Vertretung oft nicht das wünscheswerte Niveau erreichen, die Kinder meist nur beschäftigt werden.“
Immerhin lobt er Sachsens Bildungsministerin Brunhild Kurth, weil sie eine Diskussion zulässt. Aber er sagt auch. „Es kann nicht sein, dass die Lehrbetriebe zu Reparaturwerkstätten in Sachen Bildung erkommen. Es genügt eben nicht, dass man die Mittelschulen zu Oberschulen umbenennt. (Eine Umbenennung, die nach Angaben des Ministerium sieben Million Euro gekostet hat! d.Red). Wir wollen, dass die Schüler bessere Leistungen erreichen.“

Deshalb auch die Forderung nach einem Abitur-Beginn erst ab Klasse 8. Mothes: „Die Unternehmen klagen, dass vielen Schulabsolventen die Ausbildungsreife fehle. Gleichzeitig
sind die Anforderungen zahlreicher Berufe komplexer geworden. Ein Kfz-Schlosser muss die komplizierte Elektronik eines Fahrzeuges verstehen, und selbst ein Koch muss die biologische Wirkung von Nahrungsmitteln kennen oder deren Einsatz in Gerichten berechnen können.“

Für Mothes sind freiwillige Lehrgänge, die im Ministerium gerade besprochen werden, keine Lösung. Der Handwerkskammerpräsident: „Sie würden wohl nur von denen genutzt, die sie nicht brauchen.“

Für ihn sind die Kinder die Verlierer eines falschen Systems. Das Niveau der Berufsausbildung auf schwächere Schüler abzusenken, lehnt er kategorisch ab.

Mothes ist es wichtig, Kindern aufzuzeigen, dass es auch im Handwerk gute Chancen gibt, Karriere zu machen. „Gemeinsam mit Schule und Elternhaus müssen wir daran arbeiten, mehr Kinder und Jugendliche für eine betriebliche Ausbildung zu interessieren“, sagt Mothes.
Betriebliche Ausbildung. Karriere im Mittelstand. Im Erzgebirge gibt es immer noch einen Trend zum Handwerk. In diesem Jahr gibt es in diesem Bereich sieben Prozent mehr Lehrverträge.

Zum Glück! Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat herausgefunden, dass ich die berufliche
Fortbildung über alle Maßen lohnt. So bewegen sich Absolventen einer beruflichen Aufstiegsfortbildung auf gleichem Niveau wie Arbeitnehmer mit Bachelor- bzw. Master-Abschluss. Sie kommen sogar häufiger in Führungspositionen und verdienen überdurchschnittlich.

Die Ministerin blockt ab!

Für die Politik sind die Wünsche von Handwerk und Industrie uninteressant. Mothes lobt Sachsens Bildungsministerin Brunhild Kurth zwar dafür, dass sie eine Debatte zulässt. Hilfe darf er nicht erwarten! Kurth sieht nicht ein, dass bestehende System zu ändern, sagte, dass eine derartige Änderung die Schullandschaft durcheinanderbringen würde, weil es weniger Gymnasien und mehr Oberschulen geben müsste!

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