ACE: „Schulkinder in Schöneck durch Autoverkehr gefährdet“

Bürgermeisterin Isa Supli und ACE Kreisvorstand Lutz Meinhardt während der Auswertung der gestrigen ACE-Aktion.
Bild: ACE Sachsen-Süd

Schöneck. Viel Verkehr, hohe Geschwindigkeiten sowie riskante Park- und Wendemanöver: Sogenannte Elterntaxis sorgen allmorgendlich für Chaos, Stau und erhöhte Unfallgefahr vor den Schulen. Dabei bedenken Mütter und Väter, die ihre Kinder direkt vor das Klassenzimmer fahren, oft nicht, was sie ihrem Kind damit antun. Sie berauben es seiner Selbstständigkeit. Ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr kann auf dem Autorücksitz nicht erlernt werden und mit jedem Pkw mehr steigt wiederum das Risiko für Unfälle vor dem Schultor.

Ehrenamtliche des ACE-Kreises Sachsen-Süd checkten gemeinsam mit der Schönecker Bürgermeisterin Isa Suplie und der Schulleiterin Uta Weller deshalb am gestrigen Mittwoch, dem 12. Juni 2019, vor der Grundschule in Schöneck den morgendlichen Bringverkehr. Das Ergebnis zeigt einmal mehr, wie schlimm das ganze Ausmaß ist. Von den 100 Kindern, die am Aktionstag zur Schule gingen, wurde fast die Hälfte mit dem Auto gebracht. Zwischen 7 und 7.45 Uhr kreuzten 34 Pkw den Schulweg der Kinder, in denen 45 Schüler befördert wurden. Für diejenigen, die zu Fuß unterwegs sind und für all jene, die aussteigen und hinter den hohen Autotüren nicht gesehen werden, bedeutet das eine enorme Unfallgefahr.

Die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer verhielten sich regelkonform. Nur sieben der Elterntaxis, die Kinder zur Schule kutschierten, begingen Fehler indem sie in eine Straße fuhren, obwohl Einfahrt verboten war (2x), fünfmal wurde im Kreuzungsbereich gehalten, davon betraf dies 3 Schülertransporte (Kleintransporter). Positiv zu bemerken war, dass alle Kinder immer auf der richtigen Seite der Autos ausstiegen.

„Schuld ist oftmals der morgendliche Stress der Eltern, übertriebene Fürsorge und manchmal auch Leichtsinn“, so Jörg Petzold, Pressesprecher des ACE-Kreises Sachsen-Süd. „Aktuelle Zahlen zeigen, und zwar bundesweit, dass nahezu jedes fünfte Kind mit dem elterlichen Fahrzeug zur Schule gefahren wird. Kinder sollten jedoch unterstützt werden, eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Weg zum Unterreicht zurückzulegen“, so Jörg Petzold. „Nur so lernen sie, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, sie bauen Bewegungs- und Koordinationsdefizite ab und können dabei sogar Freundschaften schließen. Wer seinem Kind möglichst viel abnehmen möchte, beraubt es wichtiger Erfahrungen, Trainingssituationen und letztendlich seinem Sicherheitsgefühl, den Schulweg zu meistern. Entfernungen abschätzen, Geschwindigkeiten einschätzen und Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer vorhersehen – zunächst in Begleitung der Eltern – sollte morgens auf dem Weg zur Schule der erste Lehrstoff noch vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn sein“, appelliert Jörg Petzold an die Eltern in Schöneck.

Die ACE-Aktion „Goodbye Elterntaxi“ will aufklären, helfen und unterstützen. Ziel ist es, Unfallgefahren im unmittelbaren Schulumfeld zu vermeiden und Kindern die Chance zu geben, selbständig sicher unterwegs zu sein. Es ist die 15. bundesweite Clubinitiative zur Verkehrssicherheit und läuft deutschlandweit noch bis zum Herbst 2019. Im Anschluss an die Aktion wird der ACE eine bundesweite Auswertung vorlegen.

PM

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