ADFC: Erzgebirge kein Radler-Paradies

Der Stoneman-Miriquidi ist eine international hoch angesehene Mountainbikestrecke durch das Erzgebirge. Auf 162 Kilometern warten neun Berge, 4400 Höhenmeter und unvergessliche Momente in zwei Ländern. Er Rad-Paradies ist unser Heimat laut ADFC deshalb aber längst noch nicht. Foto: Tourismusverband Erzgebirge e.V./ Studio2media

ADFC findet das Erzgebirge zum Absteigen!

Erzgebirge. Stoneman-Miriquidi, Grenzlandtour und Landringradeln machen macht noch kein Fahrrad-Paradies! Trotz des international anerkannten Mountainbike-Kurses durchs Erzgebirge, belegen Annaberg-Buchholz und Olbernhau beim ADFC-Fahrradklimatest bundesweit nur die Plätze 343 und 329 von 364. 85 Annaberg-Buchholz machten bei der Online-Umfrage mit, gaben im Durchschnitt die Note 4,3. Die 73 befragten Olbernhauer verteilten durchschnittlich eine 4,2.

Am besten wurde in Annaberg-Buchholz die Kategorie „Hindernisse auf Radwegen“ mit 3,5 bewertet, am schlechtesten schnitt die Frage „Gibt es öffentliche Leihfahrräder?“ mit 5,2 ab. In Olbernhau gab es für die „Erreichbarkeit des Stadtzentrums“ eine 3,0 als bestes Ergebnis. „Fahrradförderung in jüngster Zeit“, „Breite der Radwege“ und  „geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung“ bekamen mit 5,0 die schlechtesten Bewertungen.

Der Bundestagskandidat der GRÜNEN im Erzgebirgskreis, Sebastian Walter, hat sich die Studie angesehen, meint: „Für den Radverkehr deutliche Verbesserungen zu erreichen muss das gemeinsame Ziel der Verkehrspolitik vor Ort und des Freistaates Sachsen sein. Dazu braucht es mehr Planungen für sichere Radverkehrsanlagen und Förderung des Landes.“

Sebastian Walter, der
Kandidat für den 19. Deutschen Bundestag – Wahlkreis 164 Erzgebirgskreis I
und Mitglied des Landesvorstandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen.
Foto: Juliane Mostertz

Er kritisiert, das zum Beispiel Annaberg-Buchholz zwischen 2014 und 2016 keine Fördergelder beim Land für kommunale Radverkehrsinfrastruktur beantragt hätte. Walter: „Das ist eine verpasste Chance. Denn von den jährlich 8 Mio. Euro Fördermitteln sind von den Kommunen im letzten Jahr nur 20 Prozent abgerufen wurden.“

Auch das sächsische Wirtschaftsministerium greift er an, sagt:

 „Das sächsische Wirtschaftsministerium muss die Kommunen dafür offensiv beraten und zu Anträgen ermutigen. Die Information, dass seit Anfang 2016 die Staatsregierung den Bau kommunaler Radwege mit bis zu 90 Prozent fördert, scheint viele kommunale Verwaltungen noch nicht erreicht zu haben. Es ist höchste Zeit, dass das Wirtschaftsministerium endlich in einem kompakten, gut verständlichen Leitfaden planerische Hilfestellung für die Kommunen bereitstellt. Zudem sehe ich Staatsminister Dulig in der Verantwortung, die im Koalitionsvertrag 2014 versprochene Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte (AGFS) endlich zu gründen. Hier könnten sich Kommunen untereinander beraten und Fachwissen zu guten Beispielen bei der Radverkehrsförderung austauschen.“

Mehr Investitionen in die Rad-Infrastruktur ist Geld, das Leben retten kann. „Im Jahr 2016 verunglückten in ganz Sachsen insgesamt 3.881 Radfahrer und Radfahrerinnen. Davon wurden 25 getötet und 837 schwer verletzt“, erklärt der Grünen-Bundestagskandidat. „Wer die Zahl der verunglückten Radfahrer und Radfahrerinnen senken will, muss deutlich mehr für eine sichere Infrastruktur tun.“

Hier finden Sie die Testergebnisse von Annaberg-Buchholz

http://object-manager.com/om_map_fahrrad_if_2016/data/2016/Annaberg-Buchholz.pdf
Hier geht es zu den Testergebnissen von Olbernhau

http://object-manager.com/om_map_fahrrad_if_2016/data/2016/Olbernhau.pdf

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