Alexander Krauß, der Facebook-Spion

Alexander Krauß sucht für Facebook & Co. im Darknet nach Sicherheitslücken. Foto: Georg Dostmann

Alexander Krauß: Facebook statt Politik

Von Sven Günther
Jahnsdorf. Nein, er sitzt nicht im Bundestag sondern arbeitet im Jahnsdorfer Rathaus. Aber bei dem Namen… Alexander Krauß (24) lächelt, wenn er auf den CDU-Bundestagsabgeordneten angesprochen wird, sagt: „Ich habe nach der Wahl sogar ein Glückwunschschreiben vom Ministerpräsidenten erhalten…“
Bedanken könnten sich tausende Menschen bei ihm, weil der zur Sicherheit im Internet beiträgt. Krauß ist im Darknet (einer geheimen Unterebene des World Wide Web) aktiv, sucht nach Lücken in Systemen. Krauß entwickelte zum Beispiel das zweistufige Sicherheitssystem für Facebook mit, das davor schützt, Kontodaten an Betrüger zu schicken (sogenanntes Phishing), weil man ein zweites Passwort eingeben muss.
Der Erzgebirger – ein Facebook-Spion. Der 24-Jährige: „Den ersten Auftrag bekam ich schon 2016, inzwischen sind es zwischen fünf und 15 monatlich.“
Gezahlt wird in der Krypto-Währung Bitcoin und wenn Krauß eine Lücke im Sicherheitssystem einer Firma entdeckt, ist der das schon mal einen Bitcoin wert. Der Hacker im Auftrag der Sicherheit: „Der Wert ist immer tagesaktuell.“ Zurzeit sind es zwischen 8000 und 8500 Euro.
Los ging seine Computerleidenschaft im Kinderzimmer. Der 11-Jährige Alexander ärgerte sich über ein Problem beim Spiel „Die Siedler“, begann deshalb, sich mit der Software zu beschäftigen. Krauß: „Ich habe mich dann immer intensiver mit der Materie beschäftigt, teste heute auch im Auftrag von Firmen deren Programme und suche Sicherheitslücken.“
Google, Microsoft, Amazon. Auch viele Big Player der digitalen Welt vertrauen den sogenannten „ethischen Hackern“, die wie Alexander Krauß im verborgenen Darknet anonym aktiv sind, stellen Testversionen neuer Programme ein.
Zum CDU-Politiker gab es auch schon Kontakt. Alexander Krauß beriet Alexander Krauß vor einiger Zeit in Internet-Fragen.

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