Alle Weichen sind endlich gestellt für Bahnfernverkehr zwischen Chemnitz und Leipzig

Chemnitz/Leipzig/Berlin. Es war ein langer Weg. Es war ein steiniger Weg. Doch nun ist auch die letzte Hürde genommen: Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat grünes Licht für Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig gegeben. Mit andern Worten: Es wird in ferner Zukunft auch zwischen Chemnitz und Leipzig wieder Fernverkehrszüge geben.

Gleichzeitig ist damit auch klar, dass die Bundesfinanzierung für das Vorhaben sichergestellt ist. Schon am Anfang September hatten der sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig (SPD), und Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, eine Planungsvereinbarung für das Vorhaben unterzeichnet. Die Kosten für den beginnenden „Technischen Vorentwurf“ belaufen sich für den Freistaat Sachsen auf rund zehn Millionen Euro.

Im Rahmen einer Veranstaltung im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur am 6. November 2018 zur Bekanntgabe der Bewertungsergebnisse für die Schienenprojekte des Potentiellen Bedarfs im Bundesverkehrswegeplan 2030 wurde das Ergebnis nun bekanntgegeben. Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Detlef Müller war bei der Veranstaltung mit dabei: „Jetzt endlich die Gewissheit mit Brief und Siegel zu haben, dass Ausbau und Elektrifizierung kommen werden, das ist schon etwas ganz Besonderes.“

Müller weiter: „„Wir haben lange dafür gekämpft, Politik und Bürgerschaft haben erfolgreich an einem Strang gezogen. Für ein gemeinsames Ziel kämpfen lohnt sich eben! Man könnte bissig sagen, dass dadurch die ‚Stadt der Moderne‘ auch endlich wieder an die Moderne angeschlossen wird. Und man sollte auch nicht vergessen, dass es hierbei nicht ‚nur‘ um die Erreichbarkeit von Chemnitz per ICE/IC geht: Es geht auch um die mögliche Anbindung von Chemnitz an das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz.“

Sein Dank gilt den engagierten Chemnitzerinnen und Chemnitzern, Staatsminister Martin Dulig (SPD) und dem SMWA, den Bundestagsabgeordneten Frank Heinrich (CDU), Michael Leutert (LINKE) und Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen), und allen Initiativen, die sich dafür eingesetzt haben.

Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich äußerte sich dazu begeistert: „Wofür wir lange gekämpft haben, ist nun von Erfolg gekrönt. 110 Millionen Euro werden investiert, damit wir in absehbarer Zeit eine Fernverkehrsanbindung bekommen, die es endlich wieder möglich macht, direkt von Chemnitz in die Metropolen unseres Landes zu reisen.“ Dieses wird erreicht, weil die Strecke Chemnitz – Geithain nun elektrifiziert und der zusätzliche Ausbau der Strecke Geithain – Leipzig im Gutachtervorschlag Deutschland-Takt enthalten ist.

Auch der FDP-Abgeordnete Frank Müller-Rosentritt ist begeistert: “Es ist geschafft und es freut mich, wenn sich parteiübergreifendes Engagement auszahlt. Heute hat auch das Bundesverkehrsministerium grünes Licht für den Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig gegeben. In absehbarer Zeit werden zwischen Chemnitz und Leipzig wieder Fernverkehrszüge wie ICE oder IC rollen. Gleichzeitig ist damit auch klar, dass die Bundesfinanzierung für das Vorhaben sichergestellt ist. Wir haben lange – parteiübergreifend – dafür gekämpft und gemeinsam mit den Bürgern erfolgreich an einem Strang gezogen. Ich erst als Bürger und seit einem Jahr als Abgeordneter. Bei aller Freude darüber ist es trotzdem schade, dass wir dabei so viel Zeit verloren haben. Hätte Martin Dulig (SPD) das – von der FDP im sächsischen Haushalt bereits eingestellte – Geld 2014 nicht für andere Projekte verwendet. Das hat uns 4 Jahre gekostet.”

„Die Nachricht, dass die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Chemnitz-Leipzig nun auch offiziell in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde, ist ein gutes Signal für die Region“, so Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz. Die Beharrlichkeit, mit der die Region die Elektrifizierung der Strecke gefordert hat, habe sich ausgezahlt. Noch 2015 war die Verbindung als vermeintliche Nahverkehrsstrecke aus dem Bundesverkehrswegeplan ausgemustert worden.  Nunmehr gilt es die weiteren Planungsschritte zügig anzugehen, um die Strecke endlich fernverkehrstauglich gestalten zu können.

 

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