Alltagsbegeleiter schenken Nächstenliebe und Zeit

Beim Sommerfest im Stadion an der Gellertstraße in Chemnitz kamen Alltagsbegleiter ins Gespräch mit Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (3.v.l.) sowie den Landtagsabgeordnenen Ines Sabarowski (2.v.r.) und Alexander Dierks (3.v.r.). Als Leiterin der Fachservicestelle kümmert sich Marion Beyer (r.) um die Koordination zwischen Ministerium und Projektträgern. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Sie opfern ihre Freizeit um anderen Freude zu bereiten: Sachsens Alltagsbegleiter. Rund 1.000 Frauen und Männer sind im Freistaat Sachsen in dieser ehrenamtlichen Rolle aktiv. “Was Sie den Menschen geben, ist ein ganz wertvolles Geschenk”, war dann am Donnerstag Sachsens Sozialminsterin Barbara Klepsch auch voll des Lobes für die Engagierten. Bei einem Sommerfest in Chemnitz, an fast 200 Frauen und Männer teilnahmen, sprach sie ihren höchsten Respekt aus.

“Nächstenliebe ist mehr als nur eine Worthülse”, betonte sie. Das weiß auch Marion Beyer bestätigen. Als Leiterin der Fachservicestelle, die im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz tätig ist, kümmert sie sich um die Koordination zwischen Ministerium und Projektträgern. Denn damit Alltagshelfer aktiv werden können, brauchen sie einen Partner.

Diesen hat Barbara Rauch aus Werdau längst gefunden. Vor drei Jahren begann sie ihre Tätigkeit bei der Volkssolidarität Zwickauer Land. Seit dem begleitet sie eine ältere Dame bei ganz unterschiedlichen Aktivitäten im Alltag:  “Wir gehen manchmal einkaufen oder reden einfach”, erzählt sie. Denn Alltagsbegleiter sind keine Pflegekräfte oder Putzhilfen. Sie sollen den Menschen vor allem Zeit schenken und der Vereinsamung entgegen wirken.

“Von der Sache gibt es drei Schwerpunktaufgaben”, erklärt Marion Beyer. Alltagsbegleiter fungierten als Wegbegleiter, zum Beispiel bei Einkäufen, Behördengängen oder Arztbesuchen. Darüber hinaus bieten sie ihre Unterstützung im Haushalt an. “Allerdings helfen sie den Senioren nur bei ihren eigenen Aktivitäten, machen die Tätigkeiten also immer gemeinsam mit den älteren Menschen.” Einen wichtigen Punkt nehme aber auch die Freizeitgestaltung ein. Egal ob Spielen, Begleitung bei Veranstaltungen oder einfach nur Gespräche – all das leisten Alltagshelfer.

Fast 200 Alltagsbegleiter aus ganz Sachsen kamen am Donnerstag nach Chemnitz.

Hintergrund

Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter betreuen ehrenamtlich betagte, nicht pflegebedürftige Menschen. Die Ehrenamtlichen begleiten die älteren Menschen zum Beispiel zu Arzt- oder Behördengängen, unterstützen sie aber auch in kleinen Haushaltsdingen oder gestalten gemeinsame Freizeitaktivitäten. Für ihr Engagement erhalten sie eine kleine Aufwandsentschädigung von bis zu 80 Euro, wenn sie für 32 Stunden im Monat tätig sind. Im Jahr 2019 bieten im Freistaat 89 Projekte die Alltagsbegleitung an.

Alltagsbegleiter kann jede Person werden, die Interesse hat, sich ehrenamtlich zu engagieren und geeignet ist, sich um ältere Menschen zu kümmern. Begleitet werden können Menschen ab einem Lebensalter von 60 Jahren (in Ausnahmefällen bereits ab 55 Jahren), wenn sie nicht pflegebedürftig sind. Der Alltagsbegleiter und die zu begleitende Person dürfen nicht bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert sein, nicht in einer häuslichen Gemeinschaft leben und der Wohnsitz muss im Freistaat Sachsen liegen. Für die Akquirierung und Vermittlung von Alltagsbegleitern und zu Betreuenden sind Projektträger zuständig. Projektträger können gemeinnützige Vereine oder GmbHs, kommunale Gebietskörperschaften, Kirchgemeinden, Genossenschaften und Stiftungen sein.

 

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