Alltagsphänomen „Elterntaxis“

ACE Vorstandsmitglied Lutz Meinhardt
Foto: ACE

Schöneck. 7 Uhr in der Neue Schulstraße. An der Grundschule haben sich erneut Andreas Becht und Lutz Meinhardt vom Auto-Clubs Europa (ACE) Kreis Sachsen-Süd stationiert, Bürgermeisterin Isa Suplie und Schulleiterin Uta Weller lassen ebenfalls ihre aufmerksamen Augen kreisen.

Es dauert nicht lange und die ersten Autos ignorieren geltende Verkehrsregeln. Kinder hasten aus aufschwingenden Autotüren heraus – die meisten zum Glück zur Gehwegseite. Nur zwei Kinder benutzten die gefährliche Fahrbahnseite. Immer mehr Striche hält Lutz Meinhardt auf seinem Statistikbogen fest. Außerdem zwei kritische Wendemanöver und ein kritisches Rückwärtsfahrten werden erfasst. Bis die Schulglocke um 7.45 Uhr bimmelt, geht das gerade so weiter. Autos fahren in eine gesperrte Straße (verkehrsberuhigte Zone) direkt bis vor die Schule, zum Teil mit hoher Geschwindigkeit. Hier weisen die Kollegen des ACE ausdrücklich darauf hin, dass in verkehrsberuhigten Bereichen Schrittgeschwindigkeit (4-7 km/h) zu fahren ist. Mehrere Fahrzeuge benutzen den Behindertenparkplatz. Alltag im Phänomen „Elterntaxi“.

ACE Regionalbeauftragter Andreas Becht, Schulleiterin Uta Weller und Bürgermeisterin Isa Suplie (v.li.n.re.) während der Aktion in den frühen Morgenstunden.
Foto: ACE

Das Duo vom ACE schüttelt immer wieder mit dem Kopf über das, was es hier zu sehen bekommt. „Wir sind heute schon das zweite Mal zum Beobachten hier“, sagt Andreas Becht. Was man statistisch festhalte, wird in eine bundesweite Auswertung einfließen. Denn Verkehrssicherheit und Prävention – das hat sich der Auto-Club Europa auf seine Fahnen geschrieben. Uta Weller, die Schulleiterin, ist froh über die Unterstützung des ACE. Sie hofft darauf, dass alle Eltern vorsichtiger mit ihren Fahr- und Wendemanövern in der Hektik des Morgens umgehen.

Für den ACE wäre schon viel geholfen, wenn Eltern ihre Kinder ein paar hundert Meter vor der Schule absetzen und sie den letzten Teil des Weges laufen lassen würden – sozusagen auf einem „Kiss and Ride“- Areal. Die Bewegung an der frischen Luft würde die Schulkinder fit für den Unterricht machen, dass (zuvor eingeübte) Selber-Gehen ihr Selbst- und Gefahrenbewusstsein schärfen.

Die Schulleiterin Uta Weller, bestätigt das. Auch an ihrer Schule seien die vielen „Elterntaxis“ wie fast überall ein Problem. Für den Fall vereinzelt weiter Schulwege oder wenn die Fahrt auf dem Weg zur Arbeit liegt, hat Uta Weller ja noch Verständnis. Ansonsten aber wirbt sie bei Elternabenden dafür, Kinder – gerade auch in Gemeinschaften – trotz der elterlichen Sorge nicht „überzubehüten“ und alleine laufen zu lassen: „Es stärkt ihr Selbstbewusstsein, wenn sie groß sind'“, sagt die Schulchefin. Die vorherige Bewegung sei bei so viel Stillsitzen-Müssen nur gut – auch für die geistigen Leistungen.

Quelle: ACE

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