Alter Gasometer: Es fehlen 180.000 Euro

 

Im Außenbereich stecken Geschäftsführer Mario Zenner und sein Team nun viel Hoffnung rein, da auch hier Programm auf der Bühne stattfinden kann. Foto (2): Alice Jagals

Zwickau. Keine Einnahmen durch Zwangsstopp von Veranstaltungen, Haushaltssperre der Stadt Zwickau und zu befürchtende Minderung in der zukünftigen Förderung durch die Stadt.  Nach gut elf Wochen Zwangsschließung aufgrund der Corona-Maßnahmen steht der Verein Alter Gasometer – wie viele andere solcher Einrichtungen auch – am Rande der Existenz.

Bisher rechnet der Verein mit rund 80.000 Euro Mindereinnahmen. Durch die Haushaltssperre der Stadt Zwickau folgen weitere Probleme. Seit Ende April erhält der Verein keine städtischen Gelder für seine Jugend- und Kulturarbeit. Geht es nach dem Willen der Stadtverwaltung soll der Verein in 2020 rund 108.000 weniger Förderung wie ursprünglich beantragt erhalten.

„Kleine Hilfsmaßnahmen, wie Stundungen, nutz auch der Verein – diese verschieben allerdings nur das Liquiditätsproblem in die Zukunft“, betont Geschäftsführer Mario Zenner. „Unterstützung benötigen wir und viele andere Kultureinrichtungen durch echte Zuschüsse für die entfallenen Gewinne. Durch die nachvollziehbarer Weise Untersagung der Arbeit hat der Staat aber auch eine Fürsorgepflicht und das nicht nur bei den großen Wirtschaftsunternehme.“

Zwar dürfe man wieder Angebote öffnen, dennoch erreiche man durch die Hygienemaßnahmen bei Weitem nicht die gewohnten Einnahmen. So stehen jeweils draußen wie auch drinnen nur 80 Personen zu Veranstaltungen kommen. Demnach hätte man ein Drittel des eigentlichen Publikums im Haus und dafür vierfachen Personaleinsatz.

Team feilte an neuen Ideen

Auch in den letzten Wochen stand die Arbeit nicht still. Eine Vielzahl wurde in die Wege geleitet. Von Koordinierung von Nachbarschaftshilfe, der Produktion von Mengen von Mund-Nase-Masken für soziale Einrichtungen bis hin zu digitalen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Außerdem wurden Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt. Das Team steckt seinen Kopf trotz allem noch nicht in den Sand. Es wurden über 40 Veranstaltungen verschoben oder abgesagt und bereits getätigte Ausgaben für die Vorbereitung der Veranstaltungen waren umsonst – aber leider nicht kostenlos.

Das Programm

Mit einem „Corona-Sommerprogramm“ mit rund 35 Angeboten für Kinder, für Jugendliche, generations- übergreifend, für Familien und Senioren will der Verein nun wieder durchstarten.

Den Anfang macht mit Falkenberg am 6. Juni ein bekanntes Gesicht. Das Kino Casablanca findet ebenso wieder statt, allerdings wie gewohnt dienstags im Saal. Vermietungen der Räume sind unter den einschränkenden Bedingungen ebenso möglich.

Der Jugendtreff ist nun mit bis zu 20 Personen wieder möglich. In den Ferien soll es wieder ein Zirkuscamp in der ersten und zweiten Woche im Historischen Dorf geben und mit der Radtour „Tage der Herausforderung“ in der dritten Ferienwoche und der medienpädagogischen Kursfahrt „Der Kultur auf der Spur“ nach Rügen in der vierten Ferienwoche wird es auch wieder hinaus in die Welt gehen.

Der Verein schaut nun trotz allem positiv nach vorn. „Wenn aber ab September das Coronavirus weiter vorherrscht und die Maßnahmen weiter greifen, wissen wir nicht mehr weiter“, sagt Zenner.

Service

Die Angebote und Veranstaltungen starten wieder. Die Vielfalt ist auf der Internetseite des Vereins zu bestaunen: www.alter-gasometer.de

 

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