Altersarmut! NGG fordert Grundrente

30.000 Menschen leben in Sachsen von der Grundsicherung. 25 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Foto: NGG

NGG: Helft den Rentner, nicht den Banken!

Region. Die neuen Zahlen, die die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten vorlegt, stimmen traurig. 30.000 Frauen und Männer müssen im Freistaat von einer beschämenden Grundsicherung auskommen, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben. Ein Viertel mehr als 2008. Dabei gibt es regionale Unterschiede.

Im Vogtlandkreis stiegt die Zahl um 38 Prozent auf 1621. Im Erzgebirgskreis mussten 2.084 Rentner mit “Alters-Hartz-IV” auskommen. Ein Anstieg von 50 Prozent auf 2.295 wurde in Chemnitz registriert, in Mittelsachsen ging der Wert um zehn Prozent auf 1.764 und in Zwickau um 14 Prozent auf 2.000 Menschen hoch.

Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz, sieht den Trend mit Sorge – und fordert eine „rentenpolitische Kurskorrektur“. Insbesondere die von der Bundesregierung angekündigte Grundrente müsse rasch angepackt werden, um ein Ausufern der Altersarmut im Landkreis zu verhindern.

Vor allem, weil es nach Gewerkschaftsangaben eine hohe Dunkelziffer gibt. „Die amtlichen Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn sehr viele Menschen, die wegen Mini-Renten eigentlich einen Anspruch auf die Grundsicherung haben, schrecken aus Scham vor einem Antrag zurück“, sagt Heinrich. Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind 16,8 aller Rentner in Deutschland von Armut bedroht.

Die entscheidende Ursache sind die niedrigen Einkommen. Gerade in der Gastronomie werden die Löhne oft gedrückt und es gibt einen Trend zu Teilzeit und Mini-Jobs. Deshalb fordert die NGG 896 Euro Grundrente nach 35 Arbeitsjahren. Und zwar ohne Bedürftigkeitsprüfung

„Wer eine solche Prüfung fordert, trifft die Falschen, weil es in den allermeisten Fällen um Haushalte mit kleinen Einkommen geht. Eine Bedürftigkeitsprüfung steht auch dem Rentenprinzip entgegen, nach dem Beitragszahler einen individuellen Leistungsanspruch erwerben“, so Heinrich.

Der Gewerkschafter fordert die Große Koalition auf, jetzt “ernst zu machen“. Die Politik müsse jetzt die nötigen Mittel aufbringen, um Altersarmut im großen Stil zu stoppen.

Das Bundesarbeitsministerium geht laut NGG bei der Grundrente von jährlichen Kosten von etwa fünf Milliarden Euro aus. Volkmar Heinrich: „Allein die Bankenrettung im Jahr 2008 hat den Steuerzahler rund 60 Milliarden Euro gekostet.“

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