Altes Schmuckstück ist wieder top

Gerade der aus dem Jahr 1878 stammende große Ausstellungsraum mit der historischen Holzkassettendecke war seit einem halben Jahrhundert nicht in diesem beeindruckenden Zustand zu sehen. Am Freitag vor der Eröffnung wurde Journalisten schon einmal ein ausführlicher Einblick gewehrt.  Foto: Alice Jagals

Gerade der aus dem Jahr 1878 stammende große Ausstellungsraum mit der historischen Holzkassettendecke war seit einem halben Jahrhundert nicht in diesem beeindruckenden Zustand zu sehen. Am Freitag vor der Eröffnung wurde Journalisten schon einmal ein ausführlicher Einblick gewehrt. Foto: Alice Jagals

Zwickau. Wenn Architekt Uwe Dassler über die Galerie am Domhof spricht, findet er kein Ende mehr. Detail verliebt schildert er die einzelnen Sanierungsarbeiten an der Stätte, in der sich vor allem Künstler aus der Region wiederfinden.

Seit Sonntag bis zum 29. November ist die erste neue Ausstellung der Arbeiten des Kunstvereins unter dem Titel „Kunstverein Zwickau e. V.: Sommersalon 2015 – Malerei, Grafik, Plastik, Objekte, Installationen“ in den Räumen zu sehen. Gleichzeitig wird auch eine neue „Kabinettausstellung“ mit Werken von Annett Scheller, Annett Haustein und Heidi Bergmann im kleinen Ausstellungsraum im Erdgeschoss eröffnet.

Denkmalschutz hatte Vorrang
Hauptaufgabe seit November 2014 war, den Innenraum unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange zu sanieren und den baulichen Brandschutz nachhaltig zu verbessern. Schwerpunkte waren dabei die Freilegung und Restaurierung der erbauungszeitlichen Holzkassettendecke einschließlich der Oberlichte im Westflügel des Hauses und die Wiederherstellung der originalen Raumfarbigkeit im großen Ausstellungssaal sowie im Eingangsbereich und im Treppenaufgang. Daneben wurden in Abstimmung mit der Denkmalpflege unter anderem Bodenbeläge erneuert, Türen saniert, die gesamte Elektro- sowie Brand- und Einbruchmeldeanlage erneuert und eine neue Fluchttreppe im Innenhof angebracht.

Aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, Fördergebiet  Zwickau „Historischer Stadtkern“ stehen der Gesamtfinanzierung in Höhe von 709.200 Euro Fördermittel in Höhe von 602.820 Euro gegenüber, das entspricht einer 85%igen Förderung. Sowohl der Zeit- als auch der Finanzplan konnten durch das städtische Liegenschaft- und Hochbauamt sowie die am Bau beteiligten Planer und Firmen eingehalten werden.

Wissenswertes
Die Galerie am Domhof wurde 1878 als Ausstellungshalle des Zwickauer Kunstvereins eröffnet. Westflügel und Mittelbau wurden vom Zwickauer Baumeister Franz Wolf auf den Grundmauern der mittelalterlichen Lateinschule im Stil des Historismus (hier: Neoklassizismus) errichtet. 1904 erfolgte ein Erweiterungsbau in östlicher Richtung. Das Gebäude bildet städtebaulich den südlichen Abschluss des Domhofes in unmittelbarer Nachbarschaft zur mittelalterlichen Marienkirche und den Priesterhäusern. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche Umbauarbeiten durchgeführt. Beispielsweise wurde die Fassadendekoration zurückgebaut und die Glasaufbauten auf den Dächern zur Belichtung der Räume abgerissen. Seit 1998 erfolgten Arbeiten zur Sanierung von Dach und Fassade, im Zuge derer unter anderem die ursprüngliche Dachform über dem West- und Ostflügel wieder hergestellt wurde.

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