Angela Merkel Rückzug: Erste Reaktionen aus der Region

Angela Merkel (Foto mit Erzgebirgs-Landrat Frank Vogel) will nicht mehr als CDU-Chefin kandidieren.  Im Hintergrund Alexander Krauß (CDU, MdB), Ronny Wähner (CDU, MdL) und Marco Wanderwitz (CDU, MdB). Foto: André Kaiser

Das sagen unserer CDU-Politiker zum Merkel-Rückzug

Von Sven Günther
Region. Diese Meldung sorgte am Vormittag (29. Oktober) für Wirbel: Angela Merkel zieht Konsequenzen aus dem Abwärtstrend der CDU: Die Vorsitzende kündigte nach SPIEGEL-Informationen im Präsidium an, nicht erneut für den Chefposten auf dem anstehenden Parteitag zu kandidieren – Kanzlerin will sie bleiben. Auf www.wochenendspiegel.de äußern sich regionale CDU-Politiker, sagen, wie sie die Entscheidung finden und ob Angela Merkel Kanzlerin bleiben sollte.

 

Marco Wanderwitz, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Stollberg/Hohenstein-Ernstthal:

“Ich denke, es war der richtige Schritt, die bereits an vielen Stellen eingeleitete Erneuerung von Partei, Fraktion und Regierung weiter fortzusetzen. Ich freue mich, dass Angela Merkel aus eigenem Entschluss nicht noch einmal auf dem Parteitag zur Wiederwahl antritt.
Als Kanzlerin ist sie für die Legislaturperiode gewählt. Wir brauchen in Europa und der Welt bei den großen Herausforderungen eine Kanzlerin, die anerkannt und geschätzt ist. Das ist gut für unser Land.”

Frank Heinrich, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Chemnitz:
“Mit den Konsequenzen, die Frau Merkel für sich persönlich zieht, wird klar, dass eine Erneuerung unserer Partei stattfindet. Bereits im letzten Jahr sind mehrere Personen an neue Aufgaben herangeführt worden (sowohl in der Regierung als auch im Amt der Generalsekretärin), sodass hier der Wandel innerhalb der CDU deutlich wird.  Dass Frau Merkel uns trotzdem als Bundeskanzlerin erhalten bleibt und den Staffelstab geordnet übergibt, halte ich für wichtig – insbesondere mit Hinblick auf die internationale Politik.”

Carsten Körber, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Zwickau:
“Angela Merkel hat die CDU in herausragender Weise 18 Jahre lang geführt, dafür gebührt ihr großer Dank. Mit ihrem Verzicht auf eine erneute Kandidatur um den Parteivorsitz im Dezember übernimmt sie Verantwortung und unterstützt die bereits begonnene Verjüngung der CDU.
Ein personeller Wechsel und das geplante neue Grundsatzprogramm werden neuen Schwung in unsere Partei bringen. Das ist auch für die nahende Landtagwahl in Sachsen wichtig.
Als Kanzlerin ist sie für diese Legislaturperiode gewählt. Auf dem Bundesparteitag wird es jedenfalls spannend. Ich wünsche mir, dass wir einen Vorsitzenden wählen, der diesen neuen Schwung verkörpert und der für eine klare, verantwortungsvolle Politik steht.”

 

CDU-Generalsekretär Alexander Dierks:
„Für Angela Merkels Ankündigung, nicht wieder für den Parteivorsitz zu kandidieren, habe ich großen Respekt. Sie hat als Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin die CDU und das Land sicher durch schwierige Zeit und Krisen geführt und viel erreicht.
Angela Merkel hat erkannt, dass die CDU einen neuen Ruck nach vorn braucht. Sie macht den Weg frei, um die bereits laufende programmatische Erneuerung mit einer neuen Parteiführung zu verbinden.
Ich freue mich, dass bereits mehrere geeignete Persönlichkeiten ihre Kandidatur für den Parteivorsitz angekündigt haben. Vom Bundesparteitag in Hamburg wird damit ein Aufbruchsignal ausgehen.“

Steve Johannes Ittershagen, CDU-Landtagsabgeordneter aus Freiberg:
Wie bewerten Sie diesen Schritt? Der Schritt ist richtig und zeigt deutliche Perspektiven zur dringend notwendigen Erneuerung der CDU auf!
Soll Angela Merkel Kanzlerin bleiben? NEIN!

Yvonne Magwas, CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Vogtland:
“Angela Merkel ist eine kluge Frau. Sie hat selbst den Entschluss gefasst, nicht mehr als Parteivorsitzende anzutreten. Ich habe großen Respekt vor dieser Entscheidung. Sie macht damit den Weg frei für eine Erneuerung an der Parteispitze, so, wie es sie in Fraktion und Regierung bereits gab. Ich wünsche mir, dass Horst Seehofer diese Einsicht endlich auch gelingt. Angela Merkel ist für diese Legislaturperiode gewählt. Aus meiner Sicht sind Kanzlerschaft und Parteivorsitz „zwei getrennte paar Schuhe“.

Ronny Wähner, CDU-Landtagsabgeordneter aus Königswalde:
“Ich halte den Verzicht auf eine erneute Kandidatur um den Parteivorsitz für eine richtige und konsequente Entscheidung von Angela Merkel.
Ob sie Kanzlerin bleibt oder nicht, sollten sie und die Kolleginnen und Kollegen der CDU-Bundestagsfraktion entscheiden. Es steht uns in der CDU insgesamt gut zu Gesicht, auch bei wichtigen Personalentscheidungen, nicht über unsere eigene Entscheidungskompetenz hinaus, gute Ratschläge zu geben.”

Peter Patt, Landtagsabgeordneter der CDU aus Chemnitz:
“Angela Merkel wurde CDU-Vorsitzende, als Helmut Kohl Bundeskanzler war. Ebenso kann sie Kanzlerin sein und das Regierungsprogramm umsetzen, wenn jemand anders CDU-Vorsitzender ist und die zukünftige Entwicklung vorbereitet.”

Jan Hippold, CDU-Landtagsabgeordneter aus Limbach-Oberfrohna:
“Ich wünsche mir in der CDU eine personelle Erneuerung. Das Angela Merkel nicht mehr für den Parteivorsitz kandidiert, ist eine Konsequenz aus den letzten Wahlergebnissen. Durch einen solch klaren Schnitt sehe ich für die CDU ein Bundesergebnis von wieder über 30 Prozent innerhalb kürzester Zeit und ebenfalls die Möglichkeit bei Landtagswahlen bessere Ergebnisse zu erzielen. Perspektivisch kann Sie nicht Kanzlerin bleiben. Man sollte jetzt einen Fahrplan für einen geordneten Übergang erarbeiten und in diesem Zuge den besten Zeitpunkt besprechen.”

Thomas Colditz, CDU-Landtagsabgeordneter aus Aue:
“Im Blick auf die aktuellen Wahlergebnisse und die Umfragewerte ist der Schritt konsequent und richtig.
Gleichwohl muss sich die CDU in Gänze selbstkritisch hinterfragen, was in den zurückliegenden Monaten und Jahren schiefgelaufen ist, wo wir Positionen leichtfertig in Frage gestellt oder aufgegeben haben. Zudem muss es uns besser gelingen, unser konservatives Profil wieder zu stärken und mit den Menschen im Land darüber wieder vertrauensvoll ins Gespräch zu kommen. Geschieht dies nicht, bleibt der Verzicht auf den Parteivorsitz nur eine symbolische Einzelaktion.”

 

 

 

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