Ansiedlung des LIST in Hainichen

LIST in Hainichen. Foto: BM

LIST in Hainichen. Foto: BM

Hainichen. Die Einwohner können sich über eine Entscheidung freuen, die für die Stadt wohl historische Dimensionen hat: Das LIST, das Landesinstitut für Straßenbau, eine hundertprozentige Tochter des Freistaats Sachsen, hat Mitte August Gebäude und Areal der ehemaligen Reichsbahnschule auf der Ernst-Thälmann-Straße erworben und wird dort voraussichtlich Anfang 2017 ihre Zelte neu aufschlagen.

In den nächsten 18 Monaten sollen am Standort umfangreiche Umbaumaßnahmen für mehrere Millionen Euro stattfinden. Die Stadt wird dem LIST bei der Suche nach einem Großparkplatz für rund 100 Fahrzeuge in der Nähe der Reichsbahnschule behilflich sein. Mögliche Standorte sind hier unter anderem der ehemalige DISKA-Markt oder der frühere Güterbahnhof.

Bisher war das LIST, das für den Unterhalt vieler Straßen in Sachsen zuständig ist, in Rochlitz beheimatet. Da die dortige Immobilie in einem sehr schlechten Zustand ist und abgerissen werden soll, war man seit einigen Jahren auf der Suche nach einem neuen Domizil und hatte sich in zahlreichen Orten zwischen Rochlitz Roßwein, Nossen und Großschirma umgesehen. Beim LIST sind aktuell 120 Personen beschäftigt, rund drei Viertel davon sind Ingenieure mit Fachgebiet Tiefbau.

Dass die Entscheidung des LIST letztendlich für Hainichen gefallen ist, freut den Bürgermeister der Stadt, Dieter Greysinger, natürlich ganz besonders. Besonders erfreulich ist ebenso, dass das Sächsische Finanzministerium in Absprache mit dem Wirtschaftsministerium sich ganz bewusst dafür entschieden hat, mit der altehrwürdigen Reichsbahnschule eine sehr erhaltenswerte Bestandsimmobilie zu erwerben und zu sanieren, anstelle – wie schon mehrfach geschehen – einen gesichtslosen Betonklotz auf der grünen Wiese zu errichten und bauhistorisch wertvolle Gebäude dem Verfall preiszugeben.

Nachdem die Stadt Hainichen nach der politischen Wende in den 90er Jahren einen recht großen Aderlass bei den öffentlichen Einrichtungen hinnehmen musste (u. a. verließen das Landratsamt, das Amtsgericht und das Gellert-Gymnasium die Stadt), geht diese Entscheidung glücklicherweise in die andere Richtung und ist auch ein Bekenntnis des Freistaats Sachsen zum Standort Hainichen, der zentral gelegen und verkehrstechnisch so gut angebunden ist, wie wohl nur wenige andere Kleinstädte unserer Region.

pm/rp

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