Applaus für den Frieden

Energisch sprach die LINKE-Politikern auf dem Kornmarkt für soziale Gerechtigkeit und eine Antikriegspolitik. Foto: Alice Jagals

Zwickau. Hitzig war es am Mittwochnachmittag. Und wenn die Menschen trotz einstündiger Verspätung des Gastes trotz allem unter freien Himmel und Sonnenschirm verharren, dann muss es schon eine besondere Peron sein. LINKE-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht kam auf Einladung von der Zwickauer Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Die LINKE) auf den Kornmarkt.

Nur kurz blieb Zeit für Gespräche und Autogramme. Dann ging es weiter nach Leipzig. Foto: Alice Jagals

Hitzig war das Wetter – als eher fad beschreibt Sahra Wagenknecht die derzeitige Politik. Dass der Hass in dieser Zeit so spürbar wäre, sei nicht in Verantwortung einer Partei. „Dass die AfD so stark geworden ist, hat doch Ursachen“, betont sie.

„Wer eine Milliarde Euro besitzt, hat sich die Arbeit anderer angeeignet“, und spielte damit auf erhöhte Mieten oder auch auf die BMW-Erben, die quasi fürs Nichtstun 1,2 Milliarden Euro Dividende erhalten, an.

In Deutschland werde stattdessen an den wichtigsten Stellen gespart. So liegen die Bildungsausgaben 25 Milliarden Euro unter denen der OECD. Genauso verhalte es sich in Sachen Fachkräftemangel, der immer so beklagt werde. „Es gibt ihn in manchen Bereichen, beispielsweise bei der Pflege, ja. Aber warum? – Weil es ein miserabel bezahlter Knochenjob ist.“ Auch der Numerus Clausus im Medizin-Bereich solle abgeschafft werden. So könne man dem Ärztemangel entgegenwirken. Außerdem fordert sie unter anderem eine Einzahlung aller in die Rentenkasse, was 800 Euro mehr an Rente für jeden bedeuten würde.

Grüne Politik ist für sie verständlich. „Aber es gibt keine grüne Politik, ohne soziale Politik“, bekräftigte sie. Schließlich müsse man sich beispielsweise die Bio-Ernährung auch leisten können.

Besonderen Applaus – sowohl bei der Rede von Sabine Zimmermann als auch bei Sahra Wagenknecht – gab es bei der Forderung nach einer Antikriegspolitik. Das Ziel, zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigungsausgaben anzustreben, sei irre. Das bedeutet für Deutschland Ausgaben in Höhe von 60 Milliarden Euro im Jahr. „Deutsche Soldaten gehören in die deutsche Verteidigung, nicht in Kriegsländer!“ Und bekräftige dazu, dass die LINKE eine Antikriegspartei sei. aj

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