Arbeitsagentur knackt nächsten Rekordwert

Die Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz gab die aktuellen Arbeitsmarkt-Zahlen für den Erzgebirgskreis bekannt.
Foto: André Kaiser (Archiv)

Niedrigster Dezember-Aufwuchs

Annaberg-Buchholz. Nachdem im November die Zahl der Arbeitslosen im Erzgebirgskreis angestiegen ist, erhöhte sie sich im Dezember nochmals um 200 Personen. Derzeit sind 10.494 Arbeitslose (5,9 Prozent) gemeldet. Dennoch könne dies als „historisches Ergebnis“ bezeichnet werden, erklärte Siegfried Bäumler anlässlich der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Der Chef der Arbeitsagentur Annaberg-Buchholz: „Die Entwicklung ist Saison-typisch und betrifft hauptsächlich Männer, die in den verschiedenen Berufen des Baugewerbes eine Zwangspause einlegen mussten. Aufgrund der noch milden Witterung fällt der Aufwuchs in diesem Jahr jedoch moderater aus als noch im Vorjahr. Vergleicht man die Dezember-Zahl mit denen der Vorjahre, stellt man fest, dass dies der geringste Anstieg in diesem Monat überhaupt gewesen ist. Im SGB II Bereich sank die Zahl der Arbeitslosen sogar um 29 Personen. Zum Vergleich: Im Dezember 2012 verzeichneten wir hier einen Anstieg von rund 1.400 Personen.“

Siegfried Bäumler, Leiter der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz
Foto: BA

Wie gut es um die Arbeitsmarkt-Situation im Erzgebirgskreis bestellt ist, wird beim Vergleich der sächsischen Arbeitsagenturen deutlich. Hier hat es die Annaberger Agentur mit 5,9 Prozent erneut geschafft, die Spitzenposition vor Pirna (6,1 Prozent) sowie Plauen und Freiberg (jeweils 6,2 Prozent) zu erobern. Auch im Jahresdurchschnitt bleibt der Erzgebirgskreis in Sachsen Spitze.

 

Stollberg unter 5 Prozent

Beim Blick auf die einzelnen Geschäftsstellen im Agenturbezirk ergibt sich aktuell folgendes Bild:
Stollberg bleibt mit einer Quote von 4,9 Prozent auf Platz 1, gefolgt von Zschopau (5,0 Prozent) und Marienberg (5,2 Prozent). Schwarzenberg verzeichnete als einzige Geschäftsstelle im Dezember einen Rückgang der Arbeitslosen und sichert sich so mit 5,8 Prozent Platz 4 vor der Hauptagentur Annaberg-Buchholz (6,4 Prozent) und Schlusslicht Aue (7,3 Prozent).

Die Arbeitsmarkt-Entwicklung im Erzgebirge im letzten Jahr wurde sicher in erster Linie von der guten wirtschaftlichen Lage positiv beeinflusst. Doch auch andere Faktoren trugen zum guten Ergebnis bei. So unter anderem der Einsatz von Instrumente der aktiven Arbeitsmarktförderung, welche der Arbeitsagentur zur Verfügung standen. Mit mehr als 11.000 Männern und Frauen konnten so 2016 deutlich mehr Menschen davon profitieren, als noch ein Jahr zuvor. Auch die Eingliederungsquote von 80,5 Prozent bleibt beispielgebend in Sachsen, worauf der Agentur-Chef sehr stolz ist.

 

Prognose für 2017

Daran möchte man 2017 nahtlos anknüpfen. Siegfried Bäumler zu den Zielen in diesem Jahr: „Der Arbeitsmarkt im Erzgebirgskreis zeigt sich solide und befindet sich in einer guten Grundverfassung. Nach Angaben des hauseigenen Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) wird die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr weiter sinken und Beschäftigung kontinuierlich zunehmen. Das heißt für die Arbeitsagentur Annaberg-Buchholz, dass wir bei ähnlich guten Voraussetzungen wie letztes Jahr, alle Anstrengungen unternehmen, um Jobsuchende nachhaltig in Beschäftigung zu integrieren. Bei insgesamt rückläufigem Kundenpotenzial kein leichtes Unterfangen. Zumal der Ruf nach Fachkräften nach wie vor hoch ist. Es muss uns daher immer besser gelingen, diesem Ungleichgewicht am Arbeitsmarkt entgegenzuwirken. Dazu erschließen wir neue Potenziale, weiten unsere Dienstleistungen aus, nutzen verstärkt und passgenau die Instrumente der aktiven Arbeitsmarktförderung und arbeiten eng in Netzwerken zusammen.“

Die geschäftspolitischen Ziele für 2017 definiert der Leiter der Arbeitsagentur Annaberg-Buchholz wie folgt: „Wir wollen Menschen schnell und nachhaltig in Ausbildung und Arbeit bringen, jedem Kunden mit Bedarf der Förderung und/ oder Aktivierung frühzeitig ein passendes Maßnahme-Angebot unterbreiten, mit Qualifizierung und Weiterbildung Menschen schnellen in den Arbeitsmarkt eingliedern und so unseren Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. Wir werden die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern weiter ausbauen. Zur Nachwuchssicherung und Besetzung der Ausbildungsstellen wollen wir möglichst früh Bewerber gewinnen, marktorientierte Berufsorientierung durchführen, benachteiligte und behinderte Jugendliche bei der Aufnahme einer dualen Ausbildung unterstützen sowie Jugendliche entsprechend ihren Neigungen beraten und begleiten. Im Fokus unseres Handelns werden die Personengruppen stehen, die einen erschwerten Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt haben. Darunter verstehen wir Ältere, Langzeitarbeitslose, Migranten, Schwerbehinderte, Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, aber auch Personen mit mehreren Vermittlungshemmnissen.“

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