Archive für den Katastrophenfall gerüstet

Jedes Archiv hat eine Notfallbox, um bei schwerwiegendsten Notfällen, bei denen Kulturgüter in Mitleidenschaft gezogen werden diese sofort zu retten. Dazu zählt der Wassereinbruch, verursacht beispielsweise durch Hochwasser, Frostsprengung von Wasserleitungen, Windbruch an Fenstern oder verstopfte Fallrohre. Aber auch Brand- und Gebäudeschäden stellen existenzielle Bedrohungsszenarien dar, die sich trotz Sorgfalt und Vorsorge nicht gänzlich ausschließen lassen. Für diese Ernstfälle sind die Notfallboxen gedacht. Sie enthalten ausgewählte Materialien, die im Ernstfall schnell zur Hand sind und wertvolle „Erste Hilfe“ leisten. Sie helfen besonders die Schadensausbreitung umgehend einzudämmen sowie beschädigtes oder gefährdetes Kulturgut professionell zu sichern, zu evakuieren und zu dokumentieren.
In den Freiberger Archiven Bibliotheken, Museen und Sammlungen gibt es einen reichen kulturellen Schatz. Dieser Schatz benötigt einen aktiven Schutz in Notfällen. Dabei muss man gar nicht an Großschadensereignisse wie den Brand der Anna-Amalia-Bibliothek 2004 in Weimar denken, oder den Einsturz des Stadtarchivs Köln im Jahr 2009. Oft sind es kleinere, lokale Ereignisse, die das kulturelle Erbe in Mitleidenschaft ziehen können. So verursachte ein heftiger Starkregen im Jahr 2014 einen beträchtlichen Schaden im Altbestand der Universitätsbibliothek der TU Bergakademie Freiberg, und erst vor wenigen Tagen gab es Anfang Juli einen Schwelbrand in einem Magazin des Stadtarchivs von Freibergs Partnerstadt Darmstadt. Natürlich wäre es am besten, wenn so etwas erst gar nicht passieren würde. Was aber, wenn doch, trotz aller Sicherheitsmaßnahmen?
Seit etwa 10 Jahren werden deshalb in ganz Deutschland regionale Notfall-verbünde gegründet. Diese Verbünde haben das Ziel, die Notfallprävention der Kulturgut bewahrenden Institutionen vor Ort zu koordinieren und im Notfall sich gegenseitig personelle, materielle und organisatorische Hilfestellung zu bieten. Denn ist Kulturgut einmal geschädigt, ist eine schnelle, fachlich versierte Reaktion notwendig. Sonst entsteht unter Umständen ein nicht mehr wieder gut zu machender Schaden oder gar unwiederbringlicher Verlust.
In Sachsen gibt es bereits Notfallverbünde in Leipzig, Dresden und in der Oberlausitz. Auch in Freiberg haben sich seit Herbst 2014 auf Initiative des Bergarchivs Freiberg dreizehn Einrichtungen zusammen gefunden und ihren Zusammenarbeit für Notfälle abgestimmt. Der Vetrag, sich gegenseitig zu helfen, wurde am 9. August im Lesesaal des Bergarchivs unterschrieben.

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