ARD-Meteorologe kämpft für Wetterwarte

Donald Bäcker setzt sich für das Personal auf dem Fichtelberg ein. Am 28. April laden die GRÜNEN zu einem Vor-Ort-Termin ein.
Fotos: DIE GRÜNEN/Monika Sandel

TV-Wetterfrosch kritisiert Sparpläne am Fichtelberg

Von Sven Günther
Kurort Oberwiesenthal. Mit seinen Wetterprognosen stehen jeden Morgen Millionen Deutscher auf, schauen und hören ihm zu, wenn er im ARD-Morgenmagazin über Isobaren und Temperaturen spricht. Donald Bäcker ist einer der bekanntesten deutschen Wetterfrösche. Jetzt setzt er sich für den Erhalt der Stellen in der Wetterwarte auf dem Fichtelberg ein.

Hintergrund: Ab 2019 beabsichtigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die manuelle Datenerfassung auf dem Fichtelberg, die es seit 100 Jahren gibt, einzustellen. Wetterdaten sollen danach nur noch automatisch erfasst werden. Gegen diese Pläne haben die GRÜNEN im Erzgebirge eine Petition gestartet, die Donald Bäcker unterstützt. Er sagt: „Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, da die Entscheider nie an einer Bergwetterwarte gearbeitet haben und die extremen Bedingungen gar nicht kennen. Klimaforscher sollten intervenieren, da die Schneehöhen der Berge nicht mehr mit vergangenen Jahren verglichen werden können, wenn sie nur noch automatisch und erst ab einer Höhe von 2 Zentimetern erfasst werden. Zuverlässige Schneehöhenmessgeräte gibt es derzeit noch nicht (auch wenn der DWD das abstreitet), daher müssen die Schneehöhen in Zukunft geschätzt werden.“

Bäcker erkennt den Sparzwang beim DWD, ist aber der Meinung, dass zumindest die Klimareferenzstationen erhalten bleiben müssen. Das Personal wird umgesetzt, denn Beamte kann man nicht entlassen. Gerade an Bergstationen ändert sich das Umfeld wenig, sodass hier der Klimawandel besonders störungsfrei erfasst werden kann.

Eine Argumentation, der DWD-Pressesprecher Gerhard Lux nicht folgt. Er sagt: “Schon jetzt läuft das Messfeld auf dem Fichtelberg komplett automatisch, werden nur einige wenige Dinge händisch ausgeführt, wie das regelmäßige Reinigen von Sensoren.“

Falsch, meint Bäcker: „Die komplette Wolkenbeobachtung, der herrschende Wetterzustand, die Niederschlagsart, die abgesetzten Niederschläge (Raureif, Raueis, Tau), atmosphärische Erscheinungen wie Regenbögen, Sonnenhalos, leuchtende Nachtwolken und die horizontale Sichtweite (Automat misst nur bis 10 km) werden nicht vollautomatisch erfasst. Das Reinigen der Sensoren ist im Winter zeitweise stündlich erforderlich!!

Am Freitag (28. April) lädt der Fraktionsvorsitzender der sächsischen GRÜNEN, Volkmar Zschocke, 17 Uhr in das Jagdzimmer des Fichtelberg-Hotels in Oberwiesenthal ein. Nach einem Vortrag von Wilfried Küchler (Dipl. Meteorologe) aus Dresden möchte er mit weiteren Gästen und Interessierten zur Problematik ins Gespräch kommen. Schon 16 Uhr gibt es eine Führung. Zschocke: „Wir befürchten, dass die Pläne des DWD große Qualitätseinbußen bei künftigen Wetteraufzeichnungen nach sich ziehen. Gerade die Politik jedoch ist es, die im Sinne der Bürgerinnen und Bürger auf belastbares Datenmaterial zum Klimawandel angewiesen ist.“

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