Asphaltrecycling-XXL – “Wir brauchen Lösungen statt bloß Verbote”

Straßenbauer Armin Nagel (l.a.) gemeinsam mit Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (r.a.) auf einer Asphaltiermaschine in Chemnitz-Mittelbach. Fotos (2): Judith Hauße

Asphaltrecycling ist kein neues Thema. Doch veränderte Straßenbaubedingungen haben darauf inzwischen massiven Einfluss. Aber nur wohin mit dem alten Asphalt? Denn der Anteil von ausgebauten Asphalt, der auf Deponien landet, ist laut des Sächsischen Landesamtes für Umwelt in Sachsen von 8.000 Tonnen im Jahr 2013 auf bis zu 93.000 Tonnen in 2016 angestiegen.  “Im Vordergrund der Baumaßnahmen im Freistaat stehen nicht mehr Neubau und Kompletterneuerungen, sondern viel mehr der Erhalt der Straßen”, wie Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt sagt. “Der davor ausgebaute Asphalt werde dabei aber immer seltener wiederverwendet.” Zudem ergänzt Schmidt, dass auch die aktuelle Rechtslage den Einbau sowie die Lagerung von Ausbauasphalt stark verunsichere.

Für die Erneuerung der Hofer Straße in Chemnitz-Mittelbach wurden bis zu 30 Prozent des alten Asphalts wiederverwendet.

Doch statt Verbote brauche es Lösungen, wie der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft erklärt. Und die gibt es. Denn eine Arbeitsgruppe aus Fachexperten im Rahmen der Umweltallianz und unter Federführung der IHK Chemnitz hat nun einen Leitfaden vorgestellt, der vor allem für Bauunternehmen neue Möglichkeiten zum Einsatz des Alt-Asphalts transparenter machen soll. Beispielsweise beim Bau von Forst- und Landwirtschaftsstraßen.

Dass ein solches Recycling XXL auf den Straßen geht, zeigte am Mittwoch die Chemnitzer Vekehrsbau GmbH praxisnah an einer Baustelle in Chemnitz-Mittelbach. Dort wird im Moment die Hofer Straße erneuert – und das zu 30 Prozent mit dem vorher abgetragenen Asphalt, wie Geschäftsführer Uwe Loos sagt. “Den Rest des Asphalts können wir bei anderen Bauprojekten verwenden, so dass nichts mehr davon auf eine Deponie landen muss.”

IHK-Präsident Pfortner dankte dem Baubürgermeister der Stadt Chemnitz, Michael Stötzer, für das gute Beispiel, mit dem das Tiefbauamt der Stadt hier vorangeht, und den Einbau von Recyclingmaterial zulässt und unterstützt, wo immer es möglich ist. „Wir hoffen auf eine weite Verbreitung. Er befasst sich ausschließlich mit Straßenausbaustoffen ohne teer-/pechtypische Bestandteile. Es soll kein starres Papier sein, sondern sich gemeinsam mit den Beteiligten in der Praxis weiterentwickeln“, betonte der IHK-Präsident. Zwar sei der Leitfaden nur auf Sachsens Rahmenbedingungen aufgebaut, doch eine bundesweite Vernetzung wäre laut aller Beteiligten wünschenswert.

 

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