Asyl: Neue Gemeinschaft-Unterkunft in Schlettau?

Schlettau

Bekommt Schlettau bald noch mehr Asylbewerber?
Foto: Stadt Schlettau

Wohnen bald Asylbewerber im Gewerbegebiet Schlettau?

Von Sven Günther
Schlettau. Bekommt die Gemeinde neben dem Standort  im Naturschutz-Zentrum Dörfel eine zweite Gemeinschaftsunterkunft? Die Möglichkeit besteht! Am Freitag werden sich Experten des Landkreises die Gebäude der alten ro.mann Möbel Immobilien anschauen.

Schon letzten Mittwoch gab es eine Vorbesprechung der Gewerbetreibenden, zu der auch Carsten Hütter, der Landtagsabgeordnete der AfD aus Marienberg eingeladen war. Der Politiker: “Natürlich habe ich sofort zugesagt. Es war eine ganz sachliche Diskussion, in der die Sorgen und Nöte der Unternehmer ernst genommen wurden. Auf meinen Vorschlag hin, wurde auch der grüne Bürgermeister Conny Göckeritz eingeladen, der sofort zu uns kam. Es wurde über eine womöglich zu gründende Bürgerwehr gesprochen, darüber, dass Zäune gebaut und Hunde gekauft werden müssten.”

Conny Göckeritz setzte sich wenig später mit dem Stadtrat zusammen. Gemeinsam wurde beschlossen, einen offenen Brief an Landrat Frank Vogel zu schicken. Darin steht:

1. Die Stadt Schlettau mit Ortsteil Dörfel hat mit der Gemeinschaftsunterkunft “Naturschutzzentrum” sowie den dezentralen Unterkünften die vom Landratsamt vorgegebenen Unterkunftsquoten bis Ende des Jahres 2016 bereits jetzt erfüllt. Gefordert bis Ende 2016 sind 100 Personen.

2. Bereits jetzt ist erkennbar, dass die mit der Unterbringung der Asylbewerber notwendigen kommunalen Aufgaben nicht zufriedenstellend bewältigt werden können. Auch gelangen engagierte ehrenamtliche Unterstützer und Helfer an ihre Grenzen.

3. Eine weitere Gemeinschaftsunterkunft stößt bei der breiten Bevölkerung auf Unmut und Widerstand, wohingegen einer dezentrale Unterbringung Akzeptanz entgegengebracht wird.

Göckeritz und der Stadtrat bitten Landrat Frank Vogel auf eine Gemeinschaftsasylunterkunft zu verzichten. Göckeritz zu www.wochenendespiegel.de: “Ich verstehe, dass der Landrat nach jedem Strohhalm greift und er ihm angebotene Objekte auf ihre Tauglichkeit prüfen lassen muss. Es ist auch positiv, dass sich die Unterbringung in Dörfel bisher als völlig problemlos dargestellt hat. Aber wenn Schlettau noch eine weitere Gemeinschaftsunterkunft bekommt, führt das zu einer Ballung und einem großen Konfliktpotential. Die Betreuung der Menschen wäre kaum zu gewährleisten und die Schlettauer, die Menschen in Wohnungen aufnehmen wollen, würden ihre Angebote wohl zurückziehen. Im Februar stehen immerhin fünf Wohnungen bereit.”

Auch Hütter sieht die Problematik: “Wichtig ist, dass alle Beteiligten das Gespräch miteinander führen. Probleme wie in Schlettau, gibt es auch in anderen Gemeinden. Der Dialog ist wichtig. Aber bislang ist der Informationsaustausch zwischen Landratsamt und Gemeinden oft nur spärlich.”

Einer der womöglich betroffenen Gewerbetreibenden ist Michael Meyer, der sein Autohaus gegenüber der zu begutachtenden Immobilie hat. Der sagt: “Im unmittelbaren Umfeld gibt es den Schuwe-Lebensmittelmarkt, den Diska-Markt, eine Physiotherapie und den Königreichsaal der Zeugen Jehovas. Alle befürchten, dass Kunden oder Anhänger nicht mehr kommen. Auch wir wollen investieren, uns vergrößern. Dem Image des Gewerbegebietes würde die Einquartierung der Asylbewerber extrem schaden und auch der Sicherheitsaspekt spielt eine große Rolle.”

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