Auf dem Weg in den Bundestag

Alexander Krauß wirde zum Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 nominiert. Foto: H.-J. Schwochow

Alexander Krauß (CDU) wurde als Direktkandidat des Erzgebirgskreises für die Bundestagswahl 2017 nominiert. Foto: H.-J. Schwochow

Es gibt Tage, die für die Biografie eines Menschen prägend werden können, für den CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Krauß dürfte solch ein Tag der 17. September gewesen sein. Eine öffentliche Wahlkreismitgliederversammlung in Ehrenfriedersdorf sprach dem 40-jährigen Schneeberger ihr Vertrauen aus und nominierte ihn als Direktkandidaten des Erzgebirgskreises für die zwischen dem 23. August und 22. Oktober 2017 stattfindenden Bundestagswahl. Dr. Hans-Joachim Schwochow führte mit Alexander Krauß das folgende Gespräch.

Sie haben sich gegen Ihre Mitbewerber Stefanie Rehm, Andreas Engert und Prof. Dr. Günther Schneider klar durchgesetzt. Wie beschreiben Sie Ihre Gefühls-und Gedankenlage vierzehn Tage nach diesem Votum?

Ich bin sehr dankbar für dieses klare, demokratische Ergebnis. Unsere Mitglieder konnten zwischen vier sehr respektablen Persönlichkeiten wählen. Nun steht meine Partei geschlossen hinter mir.

Augenzeugen der Mitgliederversammlung berichten, dass Alexander Krauß in Ehrenfriedersdorf sehr überzeugend aufgetreten sei. Mit welchen Inhalten haben Sie gepunktet?

Zunächst einmal durch das klare Bekenntnis zu unserem Erzgebirge. Ich habe versucht, den Stolz auf unsere Region zu vermitteln. Es lohnt, für den Erzgebirgskreis in Berlin eine starke und hörbare Stimme zu sein. In den zwölf Jahren im sächsischen Landtag habe ich politische Erfahrungen gesammelt, auf die ich in Berlin bauen kann. Ich stehe nicht nur für eine Wahlperiode zur Verfügung, sondern – wenn die Wähler es wollen – auch länger.

Die CDU hat seit 1990 das Direktmandat im Erzgebirge ohne Unterbrechung gewonnen. Wird Ihre Wahl – salopp gesprochen – zum Selbstläufer?

Ganz klar: Nein. Einerseits stehe ich auf dem Wahlzettel an erster Stelle und benötige für den Wahlerfolg die relative Mehrheit der Erststimmen. Andererseits muss das Wählervertrauen immer wieder neu erworben werden. Ich habe mir vorgenommen, sehr viel im Wahlkreis unterwegs zu sein und dies keineswegs nur im Altlandkreis Aue-Schwarzenberg. Für mich ist wichtig, mit den Erzgebirgern ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren, wo der Schuh drückt und welche Herausforderungen gesehen werden.

In Ehrenfriedersdorf betonten Sie, sich auch im Bundestag besonders in der Gesundheits- und Sozialpolitik zu engagieren. Was heißt das konkret?

Nur zwei Bespiele. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass all jene eine vernünftige Rente bekommen, die ihr Leben lang gearbeitet haben. Kurz: Arbeit muss sich lohnen. Mir ist außerdem wichtig, dass die medizinische Versorgung im ländlichen Raum nicht schlechter wird. Wer einen Arzttermin möchte, der muss ihn auch bekommen.

Eine Ihrer zentralen Aussagen: Das Erzgebirge braucht im Bundestag in Berlin eine starke Stimme. Wo wollen Sie Ihre Stimme besonders erheben?

Es gibt ein paar Themen, die betreffen das Erzgebirge ganz besonders. Beispielsweise dann, wenn es um die Fortsetzung des Bund-Länder-Abkommens zur Beseitigung der Wismut-Altlasten geht. Außerdem muss in Deutschland eine neue europäische Richtlinie für den Strahlenschutz am Arbeitsplatz und für Wohngebäude umgesetzt werden. Bei der Umsetzung in nationales Recht müssen die Besonderheiten des Erzgebirges mit seiner spezifischen Radon-Belastung beachtet werden. Die natürliche Strahlung ist bei uns besonders hoch.

Sie räumten in Ihrer Rede am 17. September Fehler der Berliner CDU in der Flüchtlingsfrage ein. Welche Positionen vertreten Sie?

Die Grenzöffnung im vergangenen Jahr hat zu einem Kontrollverlust geführt. Ich bin froh, dass auch die Bundeskanzlerin diesen Fehler nunmehr benannt hat. Auch haben wir zu lange zu milde auf Asylanträge reagiert, die von Menschen gestellt wurden, die überhaupt nicht verfolgt sind – wie aus Albanien, dem Kosovo oder Serbien. Die entsprechenden Gesetze wurden in den letzten Monaten verschärft, was richtig war. Jetzt muss es darum gehen, mehr Abschiebungen durchzuführen. Nur wer wirklich verfolgt ist oder aus einem Kriegsgebiet kommt, kann bei uns Aufnahme finden.Ein weiterer Problemkreis: Wie werden die 1997 und 2003 beschlossenen Dublin-Verordnungen umgesetzt? Laut dieser Verordnungen ist immer nur ein EU-Staat für ein Asylverfahren zuständig. Grundsätzlich hat derjenige Mitgliedsstaat den Asylantrag zu prüfen, in den der Asylbewerber zuerst eingereist ist. Zu dieser Verfahrensweise müssen wir zurückkehren. Gleichzeitig sollten wir stärker vor Ort helfen, so dass sich die Flüchtlinge gar nicht erst auf den Weg machen.

Auf Bundesebene musste die CDU bei den letzten Landtagswahlen Verluste hinnehmen. Die sächsische CDU hingegen steuert einen sicheren Kurs. Worin unterscheiden sich die Christdemokraten des Freistaates von denen in Berlin?

Die sächsische CDU ist konservativer und näher an dem Menschen. Bei allen Problemen, die wir haben, sollten wir auch die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre nicht aus den Augen verlieren. Sachsen hat mittlerweile eine geringere Arbeitslosenquote als Nordrhein-Westfalen. Wer von uns hätte das vor zehn Jahren gedacht? Das Erzgebirge steht besonders gut da. Wir haben die wenigsten Arbeitslosen in ganz Sachsen. Nirgendwo in Deutschland sinkt die Erwerbslosenquote in diesem Jahr so stark wie bei uns im Landkreis. Das hat mit den engagierten Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu tun, aber auch mit politischen Weichenstellungen.

Mehr über Alexander Krauß erfahren Sie auf seiner Internetseite: http://www.alexander-krauss.com

 

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