Axel Hacke in der Alten Brauerei

Menü für Textfetischisten: Der Autor, der weiße Neger Wumbaba und Hackes kleines Tierleben. Am 15. Februar kommt der Autor in die Alte Brauerei. Foto: Sven Günther

Axel Hacke: Als aus weißem Nebel wunderbar der weiße Neger Wumbaba wurde…

Von Sven Günther
Annaberg-Buchholz. Sein bester Freund heißt Bosch und ist ein bierflaschentemperatursenkender Kühlschrank, mit dem der Autor Axel Hacke Nächte philosophierend zugebracht hat. Die Geschichten um dieses ungleiche Duo, gepaart mit den lächendmachenden Erlebnisse des Schreibers mit seiner italienischen Gattin Paola und seine feinschräge Sicht auf die große Welt und den kleinen Alltag lieben die Leser des Magazins der Süddeutschen Zeitung. Seine Bücher wie das „Kolumnistische Manifest“ oder „Hackes kleines Tierleben“ sind pittoreske Kunstwerke des Humors in einer grellbunten Comedy-Blödel-Landschaft. Wer des Autors Beschreibung der Hyäne („Hyy – äääne: Man muss den Mund aufreißen und die Zähne zeigen, um das gryässliche, hyässliche, wydärliche Wesen zu benennen. Den Totenausgräber und Leichenschänder, die feige Bestie der Nacht. Oh, du blutgeile Kreatur, du nächtens über deinen Mahlzeiten kicherndes Scheusal, du tiergewordener Spross des Verfluchten.“) liest, fühlt den Schabernack, der Hackes Finger beim Tippen führt und sieht den fast bieder wirkenden Autor beim Schreiben vor seinem geistigen Auge gryässlich grinsen…

Er, Hacke, pflegt dazu ein leidenschaftliches Verhältnis zu Verhörern, verbalisiert sie meisterlich. Legendär ist die Publikation der phonetischen Fehlleistung eines Mannes, der im bekannten Abendlied von Matthias Claudius zu hören meinte: Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget – der weiße Neger Wumbaba… Aus dem Lapsus machte Hacke, von ähnlich gearteten Zuschriften überhäuft, mehrere Bücher. Der weiße Neger Wumbaba, Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück, Wumbabas Vermächtnis, Von Kanada bis Wumbaba. Radiosender haben hin und wieder die sogenannten „Agathe Bauer Songs“  („I’ve got the power“ hören – Agathe Bauer verstehen) im Programm. Feinsinniger aufgeschrieben als Axel Hacke und besser illustiert als Michael Sowa hat sie nie und nimmer einer.

Schluss mit der Schwelgerei! Zurück ins Hier und Jetzt. Axel Hacke kommt nach Annaberg-Buchholz, liest am 15. Februar in der Alten Brauerei ab 20 Uhr aus seinem Buch „Die Tage, die ich mit Gott verbrachte“. Sie können dabei sein. Wir verschenken zweimal zwei Eintrittskarten. Wie Sie gewinnen können, lesen Sie in der nächsten Ausgabe des WochenSpiegel Erzgebirge.

Im neuen Hackeschen Buch steht zu lesen: „Der müde Zug um Gottes Augen war an diesem Tag noch müder geworden. Er warf Champagnerflasche um Champagnerflasche in den Behälter. Nicht dass ich dächte, er besaufe sich jeden Abend, sagte er, andererseits, ehrlich gesagt: Er tue es doch, ein bisschen jedenfalls. Champagnertrinken, überhaupt Lebensgenuss, Barbesuche, Tanz, Gesang, seien geradezu Pflicht geworden, eine Demonstration gegen die Barbarei – da wolle er nicht abseits stehen.“ Man muss einen Kühlschrank-Freund namens Bosch haben, um so schreiben zu können!

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