Bernds letzter Wunsch: Das JA-Wort hören!

 

Auf dem Foto von links Schwester Katrin, Wünschewagenfahrer Andre, Schwester Doren, Birgit Weißbach, Nadine Weißbach, Wünschewagenfahrer Fred und in der Mitte Bernd Weißbach. Foto: ASB

Wenn die Sonne nicht mehr aufgeht

Von Sven Günther
Zwönitz. „…,denn immer immer wieder geht die Sonne auf…“ Wenn Birgit Weißbach (56) den Hit von Udo Jürgens hört, wird sie traurig und denkt: Leider nicht für jeden.
Sie streicht Ihrem Mann Bernd (75) übers schlohweiße Haar und weiß: Für ihn wird schon bald die Sonne nicht mehr aufgehen. Ihr Gatte ist unheilbar krank, benötigt 24/7 Intensivpflege – und hatte noch einen Herzenswunsch: Er wollte dabei sein, wenn sein Sohn Steffen in München seine Johanna heiratet. Nur noch einmal seinen Jungen in den Arm nehmen. Standesamt. Kaffeetrinken. Abendessen.
Vor Jahren war der Intensivkrankenpfleger nach Bayern gegangen, hatte aber immer einen herzlichen Kontakt zu seinem Vater. Jetzt sollte Bernd Weißbach nicht dabei sein, wenn Steffen am 23. August JA sagt. Die Krankheit. Die aufwendige Pflege. Die lange Fahrt. Hindernisse, die unüberwindlich schienen.

Unüberwindlich? Nicht für den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Der ist seit 2015 unter dem Motto “Letzte Wünsche wagen” in Sachsen unterwegs. Kostenlos. Auf Spendenbasis. Für jeden da, der am Lebensende noch ein kleines Glück spüren möchte. Noch einmal ans Meer. Noch einmal ins Stadion. Noch einmal zu den Kindern.

Die Fahrer Fred (rechts) und André sichern Bernd Weißbach auf der Transportliege. Foto: ASB

Am 23. August fuhr der Wünschewagen auch für Bernd Weißbach. Start: 7 Uhr in Zwönitz. An Bord neben dem 75-Jährigen die Fahrer Fred und Andre sowie Doreen und Katrin, die Krankenschwestern. Gattin Birgit erzählt: „Der Wagen war pünktlich in München, wurde in einer Seitenstraße geparkt. Von dort ging es im Pflegerollstuhl zum Standesamt, vor dem die Familie schon wartetet.“
Sohn Steffen, seine Braut Johanna, die Schwestern Aline und Nadine. „Sie wussten von nichts“, sagt Birgit Weißbach leise. „Um so größer war die Überraschung, als plötzlich der Papa da war.“ Umarmungen. Tränen. Freude.
Bis zum Abend blieb Bernd Weißbach in München, hörte das JA-Wort seines Sohnes und dessen Braut, war mit beim Kaffeetrinken und Abendessen dabei.
Dann ging es zurück nach Zwönitz, wo gegen Mitternacht ein Mann eintraf, für den zwar bald die Sonne nicht mehr aufgehen wird, der aber Dank des ASB-Wünschwagens ein klein wenig glücklicher wurde.

Einen kleinen Wunsch haben auch die Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes: “Schön wäre, wenn sich viele Spender finden würden, die das Projekt Wünschewagen unterstützen. Auch ehrenamtliche Begleiter sind uns immer willkommen.”

Schließlich gibt viele Menschen, für die die Sonne bald nicht mehr aufgehen wird und die noch einen letzten Herzenswunsch haben.

So erreichen Sie den Wünschewagen:

Hotline: 0341/686868

oder unter der

E-Mail:

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