Bezahlbare Brennstoffzelle aus dem Erzgebirge?

Öffentlich zugängliche Wasserstofftankstelle an der Deutschland- und Europazentrale von Hyundai in Offenbach.
Foto: Hyundai

Erzgebirger forschen an serienreifer Brennstoffzelle

Erzgebirge. Löst schlichtes Wasser die Antriebsproblem der Zukunft? Seit Jahren steht fest, dass sich Brennstoffzellen, in denen Wasserstoff und Sauerstoff reagieren und dadurch elektrische Energie liefern, die Schlüsseltechnologie sind.
Das Problem: Die Zelle eines Autos würde mehreren hundert Bipolarplatten benötigen. Und die sind teuer, bestehen aus Titan, Nickellegierungen und Kohlenstoff, sind mit Gold beschichtet. Auch die Herstellung ist kostenintensiv.
Die Lösung: Eine Bipolarplatte, die in Serie aus preiswerten Materialien produziert wird. An dieser Lösung wird im Erzgebirge intensiv geforscht!
Daniel Schalling von der Wirtschaftsförderung: „Es geht darum, der Brennstoffzelle für den PKW-Antrieb zum Durchbruch zu verhelfen und damit den Markt zu revolutionieren. Dafür haben sich die TU Chemnitz, die Auerhammer Metallwerk GmbH aus Aue, die WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH aus Olbernhau, Institute wie das Steinbeis Innovationszentrum Fügetechnik sowie zwei weitere Industriepartner zu Sachsens erstem „InnoTeam“ zusammengetan. Gemeinsam wird dieses für die nächsten drei Jahre am Projekt ‚HZwo:BIP – Bipolarplatten aus Sachsen‘ arbeiten.“

Fest steht, dass Wasserstoff der einzige Energieträger ist, der hohe Reichweiten ohne Emissionen ermöglich – und unbegrenzt vorrätig ist.

Deshalb arbeitet man im Auerhammer Metallwerk an der Entwicklung eines geeigneten Verbundstoffes. „Im weiteren Verlauf des Projektes werden die verfahrenstechnische Umsetzung sowie die Optimierung des Herstellungsprozesses und des Aufbaus der Bipolarplatte im Vordergrund stehen“, konkretisiert Auerhammer-Entwicklungsingenieur Torsten Schucknecht.

Da auch Kleingeräteantriebe und die mobile dezentrale Energieversorgung mittels preisewerter Brennstoffzellen revolutioniert werden könnten, ist der Markt riesig. Einer der Gründe, aus dem auch WätaS mit im Boot ist. „WätaS baut sich durch die Teilnahme am Projekt zukünftig ein neues Standbein auf. Hierdurch können eigenständige Produkte entstehen, die wir auf den Markt bringen. Somit haben wir die Chance, als Lieferant ein neues zukunftsträchtiges Marktsegment mit enormen Wachstumspotentialen erschließen zu können“, so Geschäftsführer Torsten Enders. In zirka fünf Jahren plant das Unternehmen die Komplettfertigung von Brennstoffzellen mit allen Komponenten.

Ein ehrgeiziges Ziel, das vom sächsischen Wirtschaftsministerium unterstützt wird. 2,4 Millionen Euro werden für die Forschung zur Verfügung gestellt.

Bleibt die Frage: Wieso forschen, wenn es doch bereits Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf dem Markt gibt? Antwort: Sie sind zu teuer! So bietet Hyundai sein Brennstoffzellenauto ix35 FuelCell für rund 65.000 Euro an. Mit einer preiswerten Brennstoffzelle aus dem Erzgebirge, würden die Autos deutlich billiger.

Das Konsortium des InnoTeams HZwo:BIP besteht aus Vertretern der TU Chemnitz, der WÄTAS Wärmetauscher aus Sachsen GmbH, der Auerhammer Metallwerk GmbH, der VON ARDENNE GmbH, der Institut für angewandte Energieeffizienz GmbH und des Steinbeis Innovationszentrums Fügetechnik. (Foto: Dr. Jirí Hrdlicka, TU Chemnitz)

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