Bilanz nach einem halben Jahr: Viele Kinder- und Verkehrsunfälle

Ein Teil des Teams: Notarzt sowie Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am HBK, Andreas Reske, Frédéric Bruder (Geschäftsführer der ADAC Luftrettung), Pilot und Stationsleiter Mario Hartmann sowie Frank Peschel (leitender Notfallsanitäter).
Foto: Alice Jagals

Region. Etwas zwiespältig sah es sicher die Bevölkerung als bekannt wurde, dass ab Januar 2019 kein rot-weißer „Christoph 46“ mehr in die Zwickauer Luft steigen würde, um zu Notfällen im Umkreis von rund 70 Kilometer zu gelangen. Über ein halbes Jahr später ziehen die, die es wissen müssen, Bilanz: 650 Mal ist der gelbe ADAC Hubschrauber des Typs EC 135, zu Einsätzen über die Rettungsleitstelle gerufen worden. Das Patienklientel unterscheide sich von Notfallsanitäter Frank Peschels vorherigem Einsatzort in Bautzen um einiges. „In Bautzen gab es vorwiegend ältere Patienten. In dieser Region sind viele Kinder- und Verkehrsunfälle dabei“, sagt er. Besonders die kleinen Patienten im Alter von null bis zehn Jahren leiden unter Verbrennungen, häuslichen Unfällen und Knochbrüchen.

Herz- Kreislauferkrankungen auf Platz 1
Dennoch: Einsatzursache Nummer eins waren in fast jedem zweiten Fall (47 Prozent) internistische Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen. In je 13 Prozent der Fälle wurden die Lebensretter zu Verkehrsunfällen sowie zu Freizeitunfällen gerufen. Bei zwölf Prozent der Einsätze lag ein neurologischer Notfall vor, beispielsweise ein Schlaganfall.

Crew besteht aus 24 Personen
In rund 60 Prozent der bisherigen Einsätze war die Crew als schneller Notarztzubringer aus der Luft gefragt. In knapp 20 Prozent der Fälle musste der Patient im Anschluss an die Erstversorgung in ein Krankenhaus geflogen werden. 15 Prozent der Flüge waren Verlegungen von Klinik zu Klinik. Das Team der Station besteht aus 24 Crew-Mitgliedern: drei Piloten, fünf Notfallsanitäter (TC HEMS) und 16 Notärzte.

Die Region von oben
Und wie ist die Zwickauer Luft eigentlich? „Die ist prima. Die Aussicht ist richtig toll, aber dadurch haben wir auch viele Hang-Landungen“, schwärmt Pilot Mario Hartmann, der zuvor für den ADAC in Bautzen geflogen ist. Speziell wird es vor allem bei Landungen auf Skipisten, aber das kriegen wir hin.“ Die regionale Umstellung sei kein Problem gewesen, da die Kollegen in der Rettungsleitstelle die genauen Koordinaten durchgeben. aj

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