Bio- statt Kiffer-Lädchen

Das Maskottchen „Hanfi“ und Jerry Cerveny im neuen Hanf-Geschäft im Neefepark in Chemnitz. Foto: Judith Hauße

Ab sofort soll Hanf auch in Chemnitz salonfähig gemacht werden. Die in Deutschland bisher nur in Bayern aktive Einzelhandelskette „Hanf – der etwas andere Bioladen“ eröffnete am Mittwoch (15. September) ein Geschäft im Neefepark. Auf rund 80 Quadratmeter erwartet Kunden dort nun ein Vollsortiment von rund 400 Produkten um den grünen Rohstoff. Vom Standort ist der Gründer Wenzel Cerveny überzeugt. „Erstmals haben wir wegen der hohen Anziehungskraft mit dem Neefepark ein großes Shoppingcenter als Standort gewählt.“

Verabschieden kann man sich jedoch von dem Gedanken, hier würden Drogen verkauft. Dem ist nämlich nicht so, wie Cerveny betont. Verkauft wird das Produkt in legaler Form, etwa als Öle, Salben oder Tee. Besonders beliebt bei den Kunden sind Öle, die den Wirkstoff Cannabidiol (CDB) enthalten. „CBD hat keine psychoaktive Wirkung“, erklärt Ladenbetreiber Jerry Cerveny. Sein Bruder Wenzel Cerveny ist Legalisierungsaktivist und hat das Cannabis-Start-Unternehmen 2016 in München gegründet.

Seither expandiert er in ganz Deutschland. Chemnitz ist der erste Standort in Westsachsen. „Die Region hat aber durchaus Potenzial für mehr Filialen“, sagt Jerry Cerveny. Das habe sich bereits an der Resonanz im Online-Shop gezeigt. „Die Nachfrage im westsächsischen Raum ist groß.“ Die Zielgruppe sieht er besonders in der Altersgruppe ab 55 Jahre. Darin unterscheide sich sein Konzept von sogenannten Grow- oder Headshops für zumeist junge Leute, wie er sagt.

Der Rohstoff stammt aus natürlichem Anbau aus ganz Europa. Selbst in Deutschland wird Hanf angebaut. Alle Hanfprodukte im Laden werden aus Pflanzen aus zertifiziertem EU-Nutzhanfanbau hergestellt und verfügen über einen legalen Tetrahydrocannabinol-(THC)-Restgehalt von unter 0,2 Prozent. „In den Lebensmitteln gelten sogar deutlich geringere Richtwerte.“

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