Bleib tapfer, Marlon

Ein fröhliches Foto, das traurig macht. Foto: privat

Nur noch ein halbes Jahr…

Von Sven Günther
Lößnitz. Die beiden Jungs haben ihren Papa Martin auf dem Sofa eingequetscht, lachen aus tiefster Seele, während Mutter Anja die lustige Szene als Selfie festhält.
Es wird ein Foto sein, was sich die Familie aus Lößnitz-Dreihansen immer und immer wieder anschauen wird. Denn bald ist eine der Personen auf dem Foto nicht mehr da. Marlon, der achtjährige Junge mit dem gestreiften Shirt hat Krebs. Unheilbar. Ihm bleibt vielleicht noch ein halbes Jahr.

Die Diagnose – ein Schock für die Eltern. Anja Wötzel: „Es begann 2018. Marlon klagte über Schmerzen, saß weinend auf dem Sofa. Ich dachte, es ist das Wachstum oder er wäre gestützt, sagt: Das wird schon wieder.“

Wurde es nicht. Die Schmerzen verschlimmerten sich, Marlon konnte sich nur noch eingeschränkt bewegen. „Wir sind dann zur Untersuchung in HELIOS Klinikum nach Aue. Schnell war klar: Es ist etwas ernstes“, sagt Anja Wötzel leise. Nach MRT und Biopsie steht am 2. November fest: DIAGNOSE KNOCHENKREBS!
Zwei Worte, die ein Leben ändern. Zwei Worte als Start für einen langen Kampf. Die erste Chemotherapie schlägt nicht an. Im Februar 2019 wird Marlon die Schulter und zehn Zentimeter des Oberarms entfernt. Wieder folgt eine Chemo, der im Juli die nächste erschütternde Diagnose folgt: Metastasen in der Lunge!

Anja Wötzel: „Man kann sich nicht vorstellen, wie stark ein Kind sein kann! Marlon hat immer die Kraft gefunden, gegen den Krebs zu kämpfen.“

Am Ende reichte die Kraft des kleinen Jungen nicht. Nach weiteren Chemotherapien und Lungen-Operationen entdeckten die Ärzte wieder Metastasen, senkten die Hände: Wir können nichts mehr machen. Austherapiert.

Marlon bleiben noch wenige Monate, die ihm die Familie so schön wie möglich gestalten, letzte Wünsche erfüllen will. „Uns haben sehr viele Menschen geholfen. Über den Verein Herzwünsche e.V. konnten wir ins Legoland reisen, das Marlon so gern sehen wollte. Dank Sonnenstrahl e.V. Dresden waren wir während der Behandlungen in der Nähe unseres Jungen, der Verein ‚Lukas Stern“ kümmert sich um ein Spielhaus in unserem Garten.“

Die Familie und Freunde sammeln Spenden, werden und wurden von FCE-Fanklub „Wismut-Adler“ und der Oldschool Bar in Aue unterstützt. Auch Erzgenial, die Brigade Zwönitz, der FSV Sosa und die Freiwillige Feuerwehr Aue halfen.
Anja Wötzel: „Ich kann mich nur bei allen bedanken, die jetzt für unseren Marlon da sind. Jedes Lachen von ihm ist es Wert, sich dafür aufzuopfern. Wir versuchen, ihm seine letzte Zeit so schön wie möglich zu machen.“

Fast wie im Film „Das Beste kommt zum Schluss“ (Jack Nicholson/Morgan Freeman) gibt es Marlons letzte Wunschliste:

Disneyland Paris
Zoo in Leipzig
Fahrt im Heißluftballon.
Saurierpark
Lego Harry Potter Schloss
1x in den Urlaub fliegen

„Das Schlimme ist, das es nicht wie im Film die Wünsche zweier alter Männer sind, sondern Wünsche eines achtjährigen Jungen – meines achtjährigen Jungen…“

Wer helfen möchte, Marlons letzte Wünsche zu erfüllen, kann sich an wenden. Wir leiten die Informationen weiter.

Marlon, der kleine junge mit der großen Kraft. Seine Eltern wünschen sich, dass er seine letzten Monate möglichst glücklich erleben kann. Foto: privat

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