Boom! Titel und Design für die 4. Sächsische Landesausstellung 2020 steht

Der Ausdruck “Boom” als moderne Übersetzung für das historische Wort “Berggeschrey”. Foto: Malte Burkhardt

Region. Boom. Es dröhnt. Boom. Es wummert. Boom. Es braust. Ein Geräusch, das mit der Industrie unverkennbar verbunden ist, wie Prof. Klaus Vogel, Direktor des Deutschen Hygiene Museums am vergangenen Freitag anlässlich der Präsentation zum Konzept der 4. Sächsischen Landesausstellung 2020 erläuterte.
Mit dem plakativen Begriff „Boom“ weist der Professor vor allem auf die Höhen und Tiefen der über 500 Jahre alten Industriegeschichte im Freistaat Sachsen hin. Boom ist, so Vogel, ein moderner Ausdruck für das historische Wort „Berggeschrey“.

„Boom! 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ – so lautet schließlich auch der Titel zur 4. Sächsischen Landesausstellung, die vom 25. April bis zum 1. November 2020 im Audi-Bau in Zwickau sowie an sechs weiteren Schauplätzen in Südwestsachsen stattfinden wird. Ebenso Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) betonte zur Pressekonferenz in Zwickau, dass sich der Freistaat als „das Industrieland“ überhaupt begreift. „Die Industriekultur Sachsens ist eine Abfolge von verschiedenen Wirtschaftsaufschwüngen in diversen Branchen. Sie erlebten zeitlich versetzt aber teilweise auch zeitgleich ihre Hochkonjunktur, wie wir heute sagen würden. Deshalb trifft der griffige Titel das Thema der Landesausstellung sehr gut. Sie wird darstellen, wie die industrielle Entwicklung das Land und die Menschen geprägt hat.“

Wie Stange, verdeutlicht auch Vogel, dass Industriekultur keineswegs ein Steckenpferd von Spezialisten sei, sondern eine lebendige Erfahrung für die Menschen in Sachsen. „Das Publikum der Landesausstellung wird Industriekultur als Motor unserer Geschichte miterleben, als prägenden Faktor unserer Landschaften, Städte und Biografien bis heute.“ Das Dresdner Museum ist schließlich für die Ausrichtung und Koordination der Landesausstellung verantwortlich. Bereits am Freitag, den 11. Januar stellte der Professor gemeinsam mit dem Kurator Thomas Spring das Konzept und Design des Projektes der Öffentlichkeit vor. Die Zentralausstellung im Audi-Bau in Zwickau, wird neben weiteren sechs Schauplätzen, dem Horchmuseum, das Industrie- und Eisenbahnmuseum in Chemnitz, dem Bergbaumuseum Oelsnitz, der Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau sowie dem Silberbergwerk Freiberg ein kulturhistorisches Panorama von 500 Jahre Industrie-, Arbeits- und Gewerbekultur in Sachsen abzeichnen.

Hierfür sollen allein in der Leitausstellung im Audi-Bau mehr als 500 wertvolle historische Objekte, wie beispielsweise einer Dampfmaschine in der Nussschale sowie hochkarätige Kunstwerke, Fotografien und Filme die industriell reiche Tradition für die Besucher lebendig werden lassen, wie Kurator Thomas Spring erläuterte.

Weiterhin betont Spring, dass mit der Schau nicht nur Technik-Fans angesprochen werden sollen. Vielmehr werde eine multidimensionale Ausstellungslandschaft angestrebt, die unter anderem auch eine multimediale Installation eines in Sachsen berühmtesten Kunstwerkes, den Annaberger Bergaltar zeigt. Zudem soll der Gang durch die Industrie-Geschichte das Publikum mit inhaltlichen Zuspitzungen, in denen das historische Material in unerwarteten Zusammenhängen präsentiert wird, überraschen.Die Titel der sechs Kapitel lauten daher: Barock & Berggeschrey, Garn & Globalisierung, Karl Marx & Karl May, Schockensöhne Zwickau & Sachsenstolz, Trabi & Treuhand oder Industriekultur 5.0.

Prof. Dr. Helmut Mischo, Wissenschaftlicher Direktor des Freiberger Forschungs- und Lehrbergwerks stellt das Ausstellungsprogramm zum Thema „SilberBoom“ vor. Foto: Judith Hauße

Insgesamt 18 Millionen Euro werden für die gesamte Schau veranschlagt. Eröffnet wird die Ausstellung im April 2020 in Zwickau. Die Vorbereitungen dafür laufen aber bereits schon auf Hochtouren. In enger Kooperation mit den sechs Schauplatzausstellungen wird inzwischen auch regelmäßig über inhaltliche Fragen und Aspekte des Marketings diskutiert. So können die Besucher unter anderem am „Schauplatz Erz“ in dem noch heute betriebenen Bergwerk in Freiberg, ausgestattet mit Helm und Geleucht, auf die Spuren der Vergangenheit begeben, dabei aber auch Gegenwart und Zukunft erkunden. Denn schließlich war der sächsische „SilberBoom“ ein großer Meilenstein auf dem Weg zur Industrialisierung, wie Prof. Dr. Helmut Mischo, Wissenschaftlicher Direktor des Freiberger Forschungs- und Lehrbergwerks erläuterte. Somit ist auch der Förderverein Himmelfahrt Fundgrube Freiberg e.V. Partner der 4. Sächsischen Landesausstellung am „Schauplatz Erz“. Dieser organisiert unter dem touristischen Label „Silberbergwerk“ den Besucherbetrieb. Die Stadtverwaltung Freiberg unterstützt das Projekt maßgeblich.

Unter www.boom-sachsen.de können die geplanten Programmpunkte aller sechs Schauplatzausstellungen detalliert nachgelesen werden.

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