Bruderduell: Veilchen Dennis erwartet Lilie Tobias

“Tobi” jubelt nach seinem Treffer zum 3:2 beim 1. FC Union Berlin.
Foto: SV Darmstadt 98, Stefan Holtzem

FCE erwartet Darmstadt: Kempe gegen Kempe

Aue. Er ist ein Kult-Kicker der Bundesliga. Thomas Kempe (Markenzeichen Vokuhila, Schnauzbart), war von 1985 bis 1993 das Herz des VfL Bochum, kickte 391 Mal in der Bundesliga und war 1984 mit VfB Stuttgart Deutscher Meister. Heute (8. Dezember) wird er ab 18.30 Uhr auf der Tribüne des Auer Stadions sitzen, beide Daumen drücken. Einen für Veilchen Dennis, den anderen für Lilie Tobias.

Der eine, Dennis, spielt für Aue, Bruder Tobias für Darmstadt. Für das Veilchen-Echo sprach Olaf Seifert mit dem SV-Kicker, der eine lila-weiße Vergangenheit hat.

Geboren am 27. Juni 1989 im niederrheinischen Wesel, wurde „Tobi” Kempe bei Borussia Mönchengladbach und dann Werder Bremen ausgebildet, wo er zwei Jahre mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga spielte. Siebenmal lief er in deutschen Juniorenauswahlteams auf, davon 2009 dreimal zur U-20-Junioren-WM.
2010 wechselte das Talent zum Zweitligaaufsteiger FC Erzgebirge. Für die Veilchen bestritt der offensive Mittelfeldmann in zwei Saisons 59 Punktspiele und erzielte dabei vier Treffer. 2012 ging Tobias Kempe zum Ligakonkurrenten SC Paderborn und ein Jahr später zu Dynamo Dresden. Zwischen 2014 und 2016 bestritt er für Darmstadt 55 Partien und schoss dabei vier Tore. Nach einem Jahr bei Zweitligist 1. FC Nürnberg kehrte er zum SV 98 zurück.

Du kennst Aue aus eigener Erfahrung, triffst heute auf Deinen drei Jahre älteren Bruder Dennis. Wie geht man als Profi in so ein wohl nicht ganz alltägliches Spiel?
Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir gegeneinander antreten. Und doch ist es immer wieder was Besonderes. Letztes Jahr, als ich mit Nürnberg in Karlsruhe zu Gast war, waren wir sogar direkte Gegenspieler. Diesmal geht es für beide Teams um viel, daraus wird die Partie zwischen Aue undDarmstadt sicherlich besondere Brisanz gewinnen. Für uns viel wichtiger als das Brüderduell.

Euer Vater Thomas hat 391 Bundesligaspiele für den MSV Duisburg, den VfB Stuttgart und den VfL Bochum bestritten. Wie kritisch geht er mit Euren Leistungen bei Darmstadt und Aue um. Ist er heute mit Stadion?
Wenn über Aue die Schneewelt nicht zusammenbricht, will er kommen, hat er versprochen. Kritisch war Vater immer, er hat uns von klein auf mit klaren Worten geholfen und gepuscht. Besonders in so schwierigen Situationen, wie wir sie jetzt in unseren Vereinen erleben, ist sein Rat willkommen.

Sie trugen zwei Jahre lang das Veilchendress. Woran erinnern Sie sich gern?
Für mich waren die beiden Jahre extrem wichtig, denn ich bin dort den Schritt in den Männerbereich im Profifußball gegangen. Hinzu kommt, dass es für mich und den Verein eine sehr erfolgreiche Zeit gewesen ist. Ich glaub’, wir waren damals sogar Herbstmeister! Jedenfalls freue ich mich, hierher zurückzukehren. Nicht zuletzt, weil Dennis mir viel über das neue Stadion erzählt hat. Ich bin sehr gespannt, das Schmuckkästchen selber zu sehen. Zu den prägenden Erinnerungen an Aue gehört die lautstarke Unterstützung durch die Fans der Veilchen. Die werde ich diesmal, im Trikot von Darmstadt, hoffentlich ausblenden können.

Wie beurteilst Du den bisherigen Saisonverlauf aus Darmstädter Sicht und wie erwartest Du die
Auer Mannschaft am Freitagabend?
Wir sind ziemlich gut gestartet, haben anfangs viele Punkte erkämpft. Aber wenn du seit zehn Spieltagen sieglos bist, steckt das in den Köpfen. Deshalb wollen wir unbedingt einen Sieg, zumal es in dieser Liga wahnsinnig eng ist. Von Aue trennt uns nur ein Punkt. Die Veilchen erwarte ich gewohnt kampfstark. Das müssen wir annehmen. Es dürfte ein Spiel auf Messers Schneide werden und wer Tugenden wie Kampf und Leidenschaft besser umsetzt, wird am Ende erfolgreich sein.

Das komplette Interview lesen Sie im neuen Veilchenecho.

Gewinnspiele
Facebook
Facebook By Weblizar Powered By Weblizar