Brühl in Chemnitz heizt mit Sonnenkraft

eins-Obermonteur Christoph Kahle erklärt die Technik im Inneren der Anlage. Fotos: Cindy Haase

eins-Obermonteur Christoph Kahle erklärt die Technik im Inneren der Anlage. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Die Energiewende hält auch immer mehr in Chemnitz Einzug. Am heutigen Donnerstag präsentierte der Energieversorger eins gemeinsam mit seinem Netzbetreiber inetz eine fertig gestellte Solarthermieanlage und einen Wärmespeicher. Auf dem Chemnitzer Brülh können dadurch mehr als 130 Häuser mit Sonnenkraft beheizt werden. Dieser Energiestandort mitten in der Stadt an der Georgstraße verursacht keine Emissionen. “Übers Jahr können auf die Weise 100.000 Liter Heizöl eingespart werden”, macht Projektleiter Ulf Uhlig die Dimension deutlich.

Projektleiter Ulf Uhlig vor einer Schautafel, die die Versorgung des Brühls zeigt.

Projektleiter Ulf Uhlig vor einer Schautafel, die die Versorgung des Brühls zeigt.

Und so funktioniert es: Die Sonne erwärmt das Fernwärmewasser in zwei Kollektorenfeldern mit einer Gesamfläche von 2.100 Quadratmetern auf mehr als 70 Grad Celcius. Abhängig vom Bedarf wird das heiße Wasser entweder in einem Wärmespeicher zwischengelagert oder dem Quartier-Fernwärmenetz und damit den Häusern auf dem Brühl zugeführt. Der dafür extra errichtete Wäremespeicher fasst 1.000 Kubikmeter Wasser und kann rund 40 Megawattstunden (MWh) solare Wärme aufnehmen. Reicht die Sonnenkraft – zum Beispiel in den Wintermonaten – nicht aus, wird zusätzlich Wärme aus dem Heizkraftwerk zur Wärmeversorgung beigesteuert.

Rund 5 bis 10 Prozent der Fernwärme am Brühl werden über erneuerbare Energie eingespeist. Klingt erst mal nicht viel, ist aber recht ordentlich. Die maximal mögliche Quote liege ohnehin bei 10 bis maximal 15 Prozent bei idealen Voraussetzungen. Trotz vieler Unkenrufe, sei Chemnitz eine Sonnenstadt, sagt Ulf Uhlig. Pro Quadratmeter Kollektoren könnten rund 1.000 KWh eingespeist werden. Kein Wunder, dass man mit der Anlage den Preis Bundesliga-Meister 2016 für die Stadt Chemnitz absahnen konnte.

Die Anlage mit den Kollektorenfeldern von außen.

Die Anlage mit den Kollektorenfeldern von außen.

Für die Kunden am Brühl zahlt sich das in barer Münze aus: Rund 10 Prozent Preisnachlass erhalten im Gegensatz zur herkömmlichen Energieversorung.  In den letzten drei Jahren wurden bereits 3,5 Kilometer Fernwärmeleitung auf dem Brühl verlegt. Bis 2020 fließen rund 10 Millionen Euro in die neue Wärmeversorgung für das Stadtquartier am Brühl. Möglich wird das Ganze auch aufgrund von Fördermitteln durch den Freistaat. Auf rund 1,7 Millionen Euro beziffert Projektleiter Ulf Uhlig die Fördersumme. Der Energieversorger eins selbst lässt sich neue neue Solarthermieanlage rund 0,7 Millionen Euro kosten.

 

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