Bünger: Die neue LINKE im Bundestag

Clara Bünger zieht in den Bundestag ein. Foto: DIE LINKE

Clara Bünger: Ganz neu in Berlin

Erzgebirge. Es ist ihr erstes Mal beim zweiten Anlauf. Juristin Clara Bünger (35) aus Freiberg wird für die LINKE in den Bundestag einziehen. Der Grund: Katja Kipping gibt ihr Mandat auf, wechselt in den Berliner Senat.
Im September kandidierte Clara Bünger im Wahlkreis Erzgebirge I, landete mit acht Prozent hinter Thomas Dietz (AfD, 31,7 Prozent), Alexander Krauß (CDU 25,4 Prozent) und Dr. Silvio Heider (SPD, 14,8 Prozent) auf Platz vier. FDP-Kandidatin Ulrike Harzer bekam 7,5 Prozent, zog über die Landesliste in den Bundestag ein.

DIE LINKE war deutschlandweit an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, konnte aufgrund der Direktmandate von Sören Pellmann (Leipzig), Gesine Lötzsch (Berlin) und Gregor Gysi (Berlin) trotzdem auf 39 Sitzen im Bundestag Platz nehmen.

Clara Bünger zu ihrer neuen Aufgabe:

„Es ist mir eine Ehre ab heute als Teil der einzigen linken Opposition im Bundestag zu sein und für politische Verbesserungen in der Bundesrepublik, in Sachsen und natürlich im Erzgebirge zu arbeiten. Für eine soziale und solidarische Gesellschaft braucht es eine starke und klare Stimme, die sich gegen die Lohn- und Rentenungerechtigkeit ausspricht. Daseinsvorsorge gehört in die öffentliche Hand. Eine für alle Menschen erreichbare Gesundheitsversorgung ist jenseits der großen Städte genauso wichtig, wie ein funktionierender und gut ausgebauter Nahverkehr.
Für mich werden Grund- und Menschenrechte immer Maßstab meines politischen Handelns sein. Im Bundestag werde ich daher auch eine Stimme für die Menschenrechte derjenigen sein, denen ihre Rechte verwehrt werden und die täglich um ihre Rechte kämpfen müssen. Es muss ein Ende haben, dass Familien in Sachsen nachts aus ihren Betten gezerrt oder Schulkinder auf ihrem Heimweg abgefangen werden, um abgeschoben zu werden. Ich möchte auch eine Stimme für alle Menschen sein, für die rechte, rassistische und antisemitische Rhetorik eine Gefahr im Alltag ist. Als Abgeordnete aus Sachsen bedeutet das insbesondere, sich für Menschen einzusetzen, die Tag für Tag für unsere Demokratie streiten.“

„Ich freue mich, dass Frau Bünger nun doch Abgeordnete des 20. Deutschen Bundestages geworden ist. Damit hat DIE LINKE im Erzgebirge erstmalig eine Bundestagsabgeordnete, die im Wahlkreis kandidiert hat. Dabei wird sie nicht nur eine linke und laute Stimme für das Erzgebirge, sondern für unsere gesamten südwestsächsischen Region sein – schon aus dem Fehlen sächsischer Abgeordneter heraus.“, erklärt der Kreisvorsitzende Rico Gebhardt.

So beschreibt sich Carla Bünger selbst:
Ich bin Clara, Volljuristin und aufgewachsen in Freiberg. Nach dem Abitur habe ich von 2005 – 2012 in Leipzig Jura studiert. Im Jahr 2012 bin ich nach Tel Aviv gezogen, um dort in einer Kanzlei zu Fällen von Reparationszahlungen an Holocaustüberlebende zu arbeiten. Während meines Rechtsreferendariats in Berlin in den Jahren 2013 – 2015 absolvierte ich Stationen beim Auswärtigen Amt, der internationalen Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und einer internationalen Kanzlei in Singapur. 2016 war ich Mitgründerin des Rechtshilfeprojekts Equal Rights Beyond Borders und baute den Verein und dessen Arbeit in Griechenland mit auf. Seit 2018 bin ich Wissenschaftliche Mitarbeiterin einer LINKEN-Abgeordneten im Bundestag, Board Member & Policy Advisor bei Equal Rights Beyond Borders und in der Advocacy Gruppe bei Seebrücke.

Clara Bünger auf nervende Fragen des WochenENDspiegel vor der Wahl reagierte, lesen Sie hier

Schüler nerven Clara-Anne Bünger (DIE LINKE)

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