Carlsfeld knüpft Kontakte übern großen Teich

Bürgermeister Uwe Staab und Ortsvorsteher Christoph Beetz (v.r.) sowie Rico Schneider (BVC), das Tango-Tanzpaar Luis Pereyra und Nicole Nau (v.l.) besuchen mit dem Botschafter Edgardo Mario Malaroda das Bandoniondenkmal. Foto: BVC

Der seit dem 8. März 2018 amtierende argentinische Botschafter, S.E. Edgardo Mario Malaroda, besuchte Carlsfeld, die kleine Gemeinde im Herzen des Erzgebirges. Ihn begleiteten der Botschaftssekretär Federico Petrecca und der Klingenthaler Bürgermeister Thomas Hennig. Im Vereinssaal des Bürgerhauses „Grüner Baum“ wurden die Gäste mit dem „Steiger-Marsch“, gespielt von dem Kinder- und Jugendorchester des Bandonionvereins Carlsfeld, und vom Eibenstocker Bürgermeister Uwe Staab auf das herzlichste begrüßt.

Carlsfeld , ein Ort mit lebendiger Tango-Tradition

Uwe Staab erläuterte den Gästen die Geschichte der Gemeindeentwicklung von Eibenstock, Carlsfeld, Wildenthal, Blauenthal und Sosa. Martina Zapf , Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Carlsfeld, berichtete über die Entwicklung des Bandonions von Carl Friedrich Zimmermann bis zur Firma Arnold, über den Zusammenschluss der Bandonionherstellung mit Klingenthal während der DDR und wie das Bandonion nach der Wende wieder in Carlsfeld zum Leben erweckt wurde. Sie gab einen Abriss über die Bandonionfestivals seit 1993, die Kontakte mit Argentinien, den Austausch von Bandoniongruppen zwischen Deutschland und Argentinien. Einige dieser geschichtsträchtigen Orte konnte sich der Botschafter im Verlauf seines Besuchs noch anschauen.

Der argentinische Botschafter, S.E. Edgardo Mario Malaroda trägt sich in das Goldene Buch ein. Foto: BVC

Die Zusammenarbeit soll vertieft werden

S.E. Edgardo Mario Malaroda zeigte sich beeindruckt vom Erhalt und der Weiterführung der Bandonion-Tradition in Carlsfeld. Er unterstrich, dass auch er die Menschen in Argentinien sehr schätzt, die zum Erhalt des Bandonions und des Tangos in den 70iger Jahren beigetragen. In sehr gutem Deutsch sprach er sich über die Pläne einer Zusammenarbeit zwischen Deutschland – speziell Carlsfeld – und Argentinien aus. Er erklärte, dass Argentinien von der Nostalgie lebt, ein Einwanderungsland ist und dass die Konkurrenz anderer Länder, speziell Chinas, auf allen Gebieten nicht schläft. Er sprach den Wunsch zur Zusammenarbeit auf vielen Gebieten wie Umwelt, Schule, Kultur, Sprache und natürlich des Tangos aus und richtete diesen direkt an den Eibenstocker Bürgermeister. Aus einer guten Zusammenarbeit auf Augenhöhe könnte eine Städtepartnerschaft entstehen. Eine gute Verbindung wäre auch ein Schüler- bzw. Studentenaustausch für die Schüler, die die spanische Sprache erlernen, so Viola Heinz, Mitglied des BVC.

Der Botschafter lernt die Werkstatt von Robert Wallschläger kennen

Der zweite Teil des Besuches führte an das Bandoniondenkmal wo schon Mitglieder des BVC mit ihren Musikinstrumenten warteten. Zum Tango „La Cumparsita“ tanzten Nicole Nau und Luis Pereyra, das berühmte Tango-Tanzpaar aus Argentinien, vor dem Denkmal. In der Werkstatt von Robert Wallschläger zeigten der Botschafter und seine Begleiter sehr großes Interesse für das Material, die speziellen Teile und das Stimmen des Instruments. Der Vorsitzender des BVC führte die Gäste in alle Bereiche und zeigte, wie das Bandonion hergestellt wird. Im Probenraum des Orchesters sah sich der Botschafter danach einen kleinen Film an, der anlässlich der Verleihung des „Unternehmerpreis 2012“ entstand.

Der nächste Teil dieses für Carlsfeld so bedeutenden Besuches war ein weiterer Kurzauftritt des Bandonionorchesters in der Carlsfelder Kirche. Auch hier trug sich der Ehrengast in das Kirchenbuch ein. Nach einem kurzen Abstecher zum ehemaligen Standort der Alfred-Arnold-Fabrik mit Blick auf die Arnold-Villa ging es zum Mittagessen ins Gasthaus Talsperre. Bei guter Speise und Getränken wurden in lockerer Atmosphäre weiter Gedanken ausgetauscht. Christel Eberlein (BVC)

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