CFC-Insolvenzverwalter legt Sanierungskonzept vor

Insolvenzverwalter Klaus Siemon und Vorstand Andreas Georgi. Foto: Cindy Haase

Chemnitz. Klaus Siemon, Fachanwalt für Insolvenzrecht, hat heute Nachmittag ein Konzept zur Sanierung des in Finanznot geratenen Chemnitzer Fußballclub (CFC) vorgelegt. Im Beisein der Vorstände Andreas Georgi und Thomas Uhlig präsentierte er seine Ideen.

Siemon ist kein Freund der Selbstverwaltung. Deswegen befürwortet er ein Regelverfahren mit eingesetztem Verwalter. „Ich denke, dass hier der richtige Weg eingeschlagen wird.“ Im Moment befindet sich der Verein im Antragsverfahren. „Ich rechne zum 1./2. Juli mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens“, sagte Siemon.

Für Ende August sei eine Gläubigerversammlung realistisch. Diese Versammlung beschließt, ob der Geschäftsbetrieb fortgesetzt wird und ob ein Insolvenzplan erstellt wird. Ein Termin zur Anhörung und Abstimmung würde voraussichtlich im Oktober 2018 stattfinden. Eine Planbestätigung und Aufhebung des Verfahrens wird für die letzten zwei Monaten des Jahres anvisiert.

Das Stadion sei laut Siemon nicht ursächlich für die Insolvenz. Foto: Daniel Unger/Archiv

Als Hauptursache für die Insolvenz sieht Siemon in den Verträgen mit der Firma Infront. Die Altlasten bestehen bereits seit 2016. „Wirtschaftliche Handlungsspielräume des CFC sind hier sehr stark beschränkt“, kritisiert er. Auch die versprochenen Werbeeinahmen sieht er als mehr als fraglich an. Seiner juristischen Einschätzung nach seien die immer als Garantiezahlung genannten vier Millionen Euro nicht erreicht worden. Zu hohe Spielergehälter und hohe Stadionkosten wollte er nicht vordergründig als Ursache benennen.

Doch wie stellt er sich die Sanierung vor? Wichtig sei die Aufrechterhaltung des Spiel- und Geschäftsbetriebes. Dies könne über Insolvenzgeldvorfinanzierung sichergestellt werden. Darunter versteht man unter anderem die Zahlung der Löhne und Gehälter über die Agentur für Arbeit. Auch sei es notwendig, durch Nichtzahlung von alten Schulden die Kosten zu entlasten.

Wichtig sei auch das Konzept für die nächste Saison. „Wir planen für die Regionalliga.“ Dort müsse ein ausgeglichenes Ergebnis das Ziel sein. Einen Erfolgsweg sieht er in der Schaffung der Position eines Sportmanagers/-direktors. „Das diskutieren wir derzeit intensiv.“ Konkrete Namen wolle er aber derzeit nicht nennen. Auch die Höhe des Regionalligabudgets mochte er nicht öffentlich sagen. „Wir haben natürlich schon eine gewisse Vorstellung.“

Zwischen sportlicher und kaufmännischer Leitung müsse eine Verknüpfung vorhanden sein. Wichtig sei auch die juristische Unterstützung. „Diese ist hier zum Glück vorhanden“, sagte er mit Blick auf Vorstand und Rechtsanwalt Andreas Georgi.

Eine Zusammenarbeit mit Infront schwebt Siemon nicht vor. Stattdessen plant er mit einer neuen Position „Leitung Sponsering“. „Der Chemnitzer FC muss in der Region verwurzelt sein.“ Das müsse sich bei den Sponsoren – auch kleinen – niederschlagen. Auch ein hauptamtlicher Pressesprecher ist Teil von Siemons Konzept ebenso wie ein intensiver Kontakt mit der Stadt Chemnitz.

„Alle Kostenblöcke stehen auf dem Prüfstand.“ Das betreffe sowohl Spieler, anderes Personals als auch das Nachwuchsleistungszentrums. Dauerhaft positive Jahreserträge seien das Ziel.

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