„Chemnitz im Wandel begreifen“

Kunsthistoriker Stefan Thiele (links) und Museumsleiter Uwe Fiedler mit dem neuen Buch über das Chemnitzer Stadtbild vor und nach der Zerstörung 1945. Im Hintergrund: Zwei Gemälde, die beide das Stadtbild von Chemnitz vor und nach dem Zweiten Weltkrieg aus der gleichen Perspektive zeigen. Foto: Judith Hauße

Als ob Helmut Brückner es geahnt hätte. Im Winter 1944/45 nahm er seine Kamera in die Hand und erstellte Fotoaufnahmen der Stadt Chemnitz. Seine alte geliebte Stadt sollte bald nicht mehr so aussehen, wie er sie sein ganzes Leben lang kannte. Denn schon bald lag Chemnitz in Schutt und Asche, zerstört von Bomben, die im Februar und März 1945 während des Zweiten Weltkriegs über die Innenstadt abgelassen worden. Geblieben ist von seiner Stadt nur ein Trümmerfeld. Der Chemnitzer Jurist, Künstler und Mäzen hielt danach in den ersten Nachkriegsjahren das Stadtbild in einer weiteren beeindruckenden Fotoserie fest.

Beide Fotostrecken vor und nach dem Bombenangriff wurden nun in einem Bildband des Chemnitzer Schloßmuseums veröffentlicht. Uwe Fiedler, Leiter des Schloßbergmuseums, und der Kunsthistoriker Stefan Thiele zeigen im Buch „Chemnitz 1945. Das Stadtbild vor und nach der Zerstörung“ mit mehr als 100 Fotografien, wie einschneidend der Zweite Weltkrieg Chemnitz veränderte. „Entstanden ist ein Zeitdokument, das gleichermaßen an das alte Chemnitz und an den mühsamen Neubeginn erinnert sowie die schrecklichen Folgen des deutschen Angriffskriegs ins Bewusstsein ruft“, so Uwe Fiedler.

Bilder, die mitunter aber auch ein Chemnitz zeigen, das nicht nur geprägt war von der Industralisierung, wie Stefan Thiele erklärt. „Helmut Brückner fotografierte vor allen Dingen Ecken, die bisher unbekannt schienen oder nach dem Bombenangriff gar nicht mehr existieren.“

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