Chemnitzer Damen-Volleyball soll wiederaufleben

Ihr letztes Spiel vor dem Lockdown bestritten die Chemnitzer Volleyball-Damen der Regionalmannschaft im Oktober 2020. Foto: Chemnitzer VV

Lange galt Chemnitz als Hochburg für guten Volleyball. Doch in den letzten Jahren ist es etwas ruhiger um den Sportbetrieb in der Stadt geworden. Zwei Vereine haben es sich daher vor gut zwei Jahren zur Aufgabe gemacht, der Stadt wieder volleyballerischen Aufwind zu verleihen. So entschieden sich 2019 der SSV Chemnitz und die SG Adelsberg zur Kooperation, bei der sie den neuen Volleyballverein, den Chemnitzer Volleyballverein (CVV) unterstützen.

Man wolle, so schreibt der CVV auf seiner Homepage, „den geliebten Sport aus der staubigen Ecke der Wahrnehmung der Öffentlichkeit“ holen. Dass dieses gesetzte Ziel in die richtigen Bahnen verläuft, beweist der Verein nun seit Anfang an. „Im Fokus steht, den Damen-Volleyball in Chemnitz wiederaufleben zu lassen“, erklärt Vereinssprecherin Anna Zywietz.

Bislang zählt der Verein nun schon 100 Mitgliederinnen und Mitglieder, versucht außerdem durch Werbung in Schulen und auf sozialen Plattformen neuen Nachwuchs gewinnen zu können. „Uns liegt viel daran, jeden Einzelnen in alters- und leistungsspezifischen Sportgruppen nachhaltig zu fördern, ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Das klappt bisher sehr gut.“

Erst im März 2020 organisierte der Verein einen Sichtungstermin, bei dem knapp 50 Mädchen im Grundschulalter teilgenommen haben, etwa 20 Schülerinnen entschieden sich für eine Mitgliedschaft. „Die aktuell jüngsten Mitgliederinnen sind fünf und sechs Jahre alt“, sagt Zywietz. Insgesamt trainieren elf Mannschaften im Jugendbereich, die von sechs ausgebildeten TrainerInnen sowie einem Trainingsassistenten betreut werden.

Neben dem regulären Saisonbetrieb können die Kinder und Jugendlichen auch an größeren Turnieren teilnehmen. Bereits Ende Januar 2021 stand ursprünglich u.a. die Ausrichtung der Sachsenmeisterschaft für die U14-Mannschaft an. „Dort hätten eigentlich acht Teams aus ganz Sachsen um den Sachsenmeistertitel und die Qualifikation zur Regionalmeisterschaft gekämpft, die Corona-Pandemie machte jedoch dem Ganzen ein Strich durch die Rechnung.“

Gleiche Situation auf dem Profi-Parkett. Training und Saison liegen dort ebenfalls im Moment brach, und dabei lief es doch aber für die Chemnitzer Volleyballdamen in der Regionalliga Ost bislang gut. Noch vor dem Lockdown spielten sie auf Platz 5 in der oberen Hälfte mit. Ihr letztes Spiel bestritt die Mannschaft von Trainer Klaus Meier am 25. Oktober 2020. Das zweite Heimspiel stand damals auf dem Plan.

Coronabedingt ohne Zuschauer, jedoch mit Online-Liveübertragung. Zwar konnten die Chemnitzerinnen die Tabellenführerinnen aus Leipzig, die L.E. Volleys, nicht mit einer Niederlage nach Hause schicken, für enttäuschte Gesichter sorgte dann aber eher die coronabedingte Pausierung der Saison. Wie es 2021 weitergeht? Anna Zywietz wagt nur eine vorsichtige Prognose. „Die Saison würde eigentlich im April enden, es gibt erste Überlegungen, den Spielbetrieb bald wieder aufzunehmen, doch bedarf das auch ein wenig Vorlauf. Denn aktuell findet weder bei den sechs Teams der Erwachsenenklasse noch in den Jugendmannschaften ein Training statt.“

Wie viele SportlerInnen in der jetzigen Lage, trainieren auch die Volleyballerinnen des CVV allein für sich zuhause. „Natürlich kein Vergleich zum normalen Trainingsalltag im Team, aber einige unserer Mitgliederinnen versuchen sich derzeit über Online-Plattformen mit den Trainern und Mannschaften auszutauschen“, erklärt Zywietz. Die 30-Jährige war vor ihrer Schwangerschaft selbst Kapitänin der Regionalmannschaft. Sie weiß, wie es den Spielerinnen im Moment geht.

Finanziell unterstützt wird der Chemnitzer Volleyballverein über Förderprogramme, Sponsorengelder und Eigenprojekte. Zu Letzterem gehört jüngst AmazonSmile. Was sich dahinter verbirgt, verrät Anna Zywietz: „Damit kann jeder bei seinem Einkauf im Onlineversandhandel gleichzeitig auch einen kleinen Betrag an eine Organisation oder einen Verein der Wahl spenden, in unserem Fall dem CVV.“

Es sei mit Blick auf den aktuellen Stand allerdings noch Luft nach Oben, wie Zywietz ergänzt. „Wir haben 19 Unterstützer, im Dezember waren es 39 und im November 22 Käufe, die mit Smile getätigt worden. Wir sind natürlich über jede weitere Spende, die über Smile oder anderweitige Wege kommt dankbar.“

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