City-E-Bikes im Härtetest

Der E-Bike-Tester Matthias Förster auf dem Fichtelberg.
Foto: Matthias Förster

Annaberg-Buchholz/ Kurort Oberwiesenthal. Eine Premiere lockt sportlich Aktive in diesem Sommer und Herbst in die Bergstadt. Bis zum 31. Oktober 2021 hat man hier die Möglichkeit, sich an der Silberlandhalle E-Bikes auszuleihen und so das landschaftlich reizvolle Umland der Stadt kennenzulernen. Die Anmeldung dafür erfolgt telefonisch unter der Nummer 03733 44953 bzw. per E-Mail unter .

Mit dem E-Bike durchs Erzgebirge radeln. Alles schön und gut. Doch was taugt das Rad in den Bergen wirklich? Das wollten Matthias Förster, ehemaliger Pressesprecher der Stadt und derzeit Inhaber eines privaten Pressebüros, und Helene Schröer, derzeit Mitarbeiterin bei der Medienproduktion 16 zu 9 und künftige Polizeianwärterin, in Erfahrung bringen. Und wer den leidenschaftlichen Moutainbiker Matthias Förster kennt, weiß, dass diese Tour für das City-E-Bike kein Zuckerschlecken wird, sondern ein echter Härtetest.

Hier der Erfahrungsbericht:

Am Start erläutert uns Sven Heimpold, Mitarbeiter der Silberlandhalle, die Features des Rades vom Typ Kalkhoff: Für die notwendige Kraft sorgen eine 400 Wh-Batterie sowie ein leistungsstarker Motor von Bosch. Vier Fahrmodi stehen zur Verfügung: Eco, Tour, Sport sowie Turbo. Fahrer können aus sieben Gängen wählen. Positiv registrieren wir die drei Bremsen: Vorder- und Hinterradbremse sowie Rücktritt. Das gibt bei Steilabfahrten im Gebirge die notwendige Sicherheit, wie wir es noch live erleben werden. Für den Diebstahlschutz bei Abstellen des Rades sorgt ein massives Radschloss, für Komfort die Federung von Vordergabel und Sitz.

Mit diesen Mut machenden und beruhigenden Infos ausgestattet, begeben wir uns am 12. Juli 2021 bei „Kaiserwetter“ auf Tour. Gleich nach dem Start an der Silberlandhalle erfreuen wir uns am neugestalteten Waldschlößchenpark mit Spielplatz, Wasserfontäne und den Möglichkeiten zur Entspannung. Dann beginnt sie, die erste sportliche Herausforderung. Es gilt, bis zum Buchholzer Wald über 100 Höhenmeter durch die Buchholzer Altstadt in einem Zug zu bewältigen. Wir nehmen eine Route über Bodelschwinghstraße, Neugasse sowie Frauenstraße, Bergstraße und Waltersdorfer Weg – auch mit Stromunterstützung kein Pappenstiel, aber machbar. Am Waldrand werden wir mit tollen Ausblicken zum Pöhlberg für den ersten Aufstieg belohnt.

Durch den Buchholzer Wald geht es weiter zum Sportplatz „Neu Amerika“, wo mit einer gut gestalteten Übersichtstafel das Wanderwegenetz in und um Annaberg-Buchholz dargestellt ist. Nun folgen wir dem „Firstenweg“, einer äußerst reizvollen Route, die vom Frohnauer Hammer bis zum Fichtelberg, unserem Tagesziel führt. Vom Bergrücken zwischen Sehma- und Zschopautal gibt es tolle Ausblicke zu den drei obererzgebirgischen Basaltbergen Pöhlberg, Bärenstein und Scheibenberg sowie zu Fichtel- und Keilberg. Nicht nur deshalb, auch dank moderater Auf- und Abfahrten ist diese Strecke mit dem E-Bike eine echte Genusstour. Nach dem Abzweig Cranzahl nimmt uns der kühlende Wald auf, an einem heißen Sommertag eine echte Erholung. Zügig geht es nun in Richtung „Siebensäure“, einer beliebten Waldgaststätte mit einem gemütlichen Biergarten und einer Zaundekoration aus Skiern. Nach einer kurzen Pause setzen wir unsere Tour in Richtung Gifthüttenstraße fort. An der gleichnamigen Rasthütte stärken wir uns nun für den „Endspurt“ zum Fichtelberg.

Über einen steilen Anstieg, der uns nochmals sportlich herausfordert, gelangen wir zur so genannten „Ausrücke“, und von dort entspannt, weil leicht machbar, bis zum Hotel „Sachsenbaude“ und weiter auf der Straße bis zum Gipfel. Helene und ich heben die Daumen und klatschen uns ab: Wir haben es tatsächlich geschafft, mit City-E-Bikes den höchsten Berg Ostdeutschlands zu erklimmen. Der traumhafte Ausblick über das Erzgebirge und das folgende, leckere Essen entschädigen für die „Mühen des Aufstiegs“, wobei sich die „Mühen“ dank Strom-Unterstützung tatsächlich auch bei dieser herausfordernden Tour in Grenzen hielten.

Helene verabschiedet sich auf dem Gipfel. Für die Rückfahrt wähle ich eine Route über den Reitsteig in Richtung Schwarzer Teich. Die drei Bremsen funktionieren auf dieser Steilabfahrt völlig problemlos. Über Crottendorf geht es entspannt über den bequemen Radweg bis zum Wanderparkplatz am ehemaligen Bahnhof Walthersdorf und von dort über den „Schwipperberg“ und den Buchholzer Wald zum Ausgangspunkt an der Silberlandhalle. Auf dem Tacho stehen 45 km, die Batterie ist noch zu 20% gefüllt, obwohl ich mehrfach den Modus „Turbo“ genutzt habe, alles ist o. K.

Fazit: Wir trauten es den City-E-Bikes kaum zu, aber es ist tatsächlich möglich, eine solch anspruchsvolle Tour erfolgreich zu bewältigen. Natürlich gibt es noch viel mehr reizvolle Routen rund um Annaberg-Buchholz, doch dazu später. Wer nun „Blut geleckt“ oder Interesse an E-Bike-Touren gefunden hat, wendet sich an die Telefonnummer 03733 44953 bzw. unter der E-Mail an das Team der Silberlandhalle Annaberg-Buchholz.

Quelle: TVE

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