Crowdfunding-Kampagne für Kultur-Transporter

Wird es bald einen Kultur-Transporter für Chemnitz geben? Foto: KulturTragWerk Sachsen e.V.

Vom kleinen Dorfverein, der sein Sommerfest absagen musste, über Theater, Museen und Galerien bis hin zu Veranstaltern, die trotz erbrachter Vorleistungen ihre Festivals und Konzerte absagen mussten. Ein Bild, das die momentane Lage der Kulturbranche wie kein anderes wiedergibt. Die Rücklagen sind aufgebraucht, Kredite summieren sich und eine tragbare Perspektive fehlt bislang auch. Indes keine guten Voraussetzungen für die in dreieinhalb Jahren bevorstehende Kulturhauptstadtsfeier 2025 in Chemnitz. Dachte sich auch der KulturTragWerk Sachsen e.V. und bringt nun die Idee eines Kultur-Transporters als Unterstützung zahlreicher Kulturschaffenden ins Spiel.

Kosten: 25.000 Euro, die über eine seit Mittwoch (7. April) laufende Crowdfunding-Kampagne finanziert werden sollen. Schneller als erwartet, nach nur zweieinhalb Tagen, trägt die Kampagne bereits erste Früchte. Mehr als 1.000 Euro gingen bis Samstag (10. April) für das Projekt ein. „Nachdem unter anderem die Initiative “Die Buntmacher_innen”, das Kulturbündnis “Hand in Hand” und das gerade entstehende Generationencafé “Diner Mutter” zur Unterstützung der Kampagne aufriefen, lief diese langsam an”, berichtet Projekt-Initiator Daniel Schneider.

Hintergrund der Kampagne ist die Auflösung eines Vereins in Bayern, der zunächst finanzielle Mittel in Aussicht stellte. „Voraussetzung dafür war eine Zweckverbindung, die eine Unterstützung von Kultur- und Jugendarbeit vorsah“, erzählt Daniel Schneider, der sich daraufhin gemeinsam mit dem Stadtteilmanagement des Chemnitzer Sonnenbergs, dem Verein „Bordstein Lobby“ zusammensetzte, um das Geld sinnvoll investieren zu können.

Die Idee: Ein Transporter, der Kulturschaffende bei der Logistik helfen soll. „Leider fiel kurz darauf die Finanzierung weg, so dass wir nun den Weg des Crowdfunding gehen.“
Mit einem Kultur-Transporter dieser Art können Veranstalter von Dorf-, Straßen-, Vereins- und Stadtteilfesten beispielsweise Biertischgarnituren, Pavillons oder Technik transportieren. Jugendclubs hätten die Möglichkeit, Sachspenden abzuholen oder auch jungen Erwachsenen bei einem Umzug helfen. Galerien oder einzelne Künstler_innen/Kunsthandwerker_innen können sperrige Kunstwerke, große Keilrahmen und Skulpturen transportieren, Theatergruppen ihr Bühnenbild, Kostüme und Requisiten und Musiker_innen/Bands ihr Equipment. Kultur- und Musikfestivals können Technik und Materialien zum Festivalgelände fahren. „Das sind die Nutzungen, von denen wir jetzt schon wissen, dass sie so stattfinden werden aber ich bin mir sicher, dass damit noch viel mehr passieren wird. Vielleicht wird der Transporter auch selbst einmal zum Bühne“, so der Vereinsvorsitzende.

Bis zum 20. Mai 2021 sollen unter https://startnext.com/DmR noch weitere 24.000 Euro gesammelt werden, um das Crowdfunding erfolgreich abzuschließen. Anderenfalls gehe das Geld zurück an die Unterstützer und der Kultur-Transporter bleibt vorerst eine Idee, wie Schneider sagt.

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