Das achte Geheimnis von St. Annen

Auf www.wochenendspiegel.de werden bis zur Feier des 500. Jubiläum des Kirchenweihtages am 26./27./28. Juli zehn Geheimnisse der St. Annenkirche Annaberg enthüllt. Heute: Der Held des Kirchenbrandes. Foto: Thomas Jacobi

Das 8. Geheimnis: Der Held des Kirchenbrandes

Von Sven Günther
Annaberg-Buchholz. Am Annentag 1519, dem 26. Juli, wurde die St. Annenkirche in Annaberg durch Bischof Johann VII im Beisein des Fürsten, Herzog Georg „mit großem Gepränge“ geweiht.
Das 500. Jubiläum des Kirchweihtages wird vom 26. bis 28. Juli gefeiert. Martin Johannes Lange, Verwaltungsleiter der St.Annen Kirchgemeinde: „Für unsere Gemeinde ist St. Annen der Ort, an dem sich Himmel und Erde berühren. Lassen Sie sich einladen, mit uns zu feiern, lassen Sie sich von St. Annen berühren, erleben Sie Gottesdienste und Musik, Handwerk und Kunst.“
Neben Gottesdiensten, Festkonzerten stehen auch die Annaberger  Steinmetztage auf dem Programm.
500 Jahre St. Annen. Viele Details sind bekannt und beschrieben: Der Bergalter, die Schöne Tür, die Emporenreliefs, der Bäckeraltar. Doch das Gotteshaus bietet auch Geheimnisse. Auf www.wochenendspiegel.de werden zehn von ihnen gelüftet.

Wie ein Maurer St. Annen rettete

Ein dramatisches Ereignis geschah am 7. März 1813. Ein Blitz schlug in den Turm ein, die Flammen zerstörten die vier
Glocken. Im Buch „E.O. Schmidt – Die St. Annenkirche zu Annaberg“ aus dem Jahr 1908 ist zu lesen: „Unter der furchtbaren
Glut fing auch das Gebälk des Glockenstuhls an zu brennen, das Metall begann zu schmelzen und die Glocken stürzten
in die Tiefe.“
Nachdem das Geläut aus dem Jahr 1604 zerstört war, goss Friedrich August Otto in Dresden 1814 vier neue Glocken. Bekannte Fakten.
Nur Insider wissen, dass die Kirche wohl nur aufgrund der Heldentat eines Maurers nicht komplett niederbrannte. Auch darüber gibt die historische Quelle Auskunft: „Daß in jener Nacht der Bau der Kirche nicht auch dem verheerenden Element zum Opfer fiel, verdankt unsere Stadt nächst der schützenden Hand und der gnädigen Hilfe des Allmächtigen Gottes der Kaltblütigkeit und dem unerschrockenen Mute eines Mannes, der es wohl verdient, dass sein Name auch an dieser Stelle genannt wird, des am 20. November 1854 entschlafenen Maurermeisters Johann Georg Schreiter allhier.

Als die Flammen aus dem Turme herüberschlugen nach dem Kirchendach und das Sparrwerk bereits angezündet hatten, als keine Möglichkeit schien, nach dem Kirchendach zu gelangen, um dem Feuer entgegenzutreten, schwang sich dieser Mann mit Hilfe mehrerer zusammengebundener Feuerleitern vom Orgelchor aus nach der schwindelnden Höhe des Kirchengewölbes, durchschlug daselbse und gelangte so mit eigener Lebensgefahr auf den Kirchboden. Von da aus warf er Seile in die Tiefe, mittels welcher die Spritzenschläuche hinaufgeführt werden konnten, die nun dem Feuer Einhalt geboten.“

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