Das neunte Geheimnis von St. Annen

Auf www.wochenendspiegel.de werden bis zur Feier des 500. Jubiläum des Kirchenweihtages am 26./27./28. Juli zehn Geheimnisse der St. Annenkirche Annaberg enthüllt. Heute: Das Hauptportal
Foto: Sven Günther

Das 9. Geheimnis: Das Hauptportal

Von Sven Günther
Annaberg-Buchholz. Am Annentag 1519, dem 26. Juli, wurde die St. Annenkirche in Annaberg durch Bischof Johann VII im Beisein des Fürsten, Herzog Georg „mit großem Gepränge“ geweiht.
Das 500. Jubiläum des Kirchweihtages wird vom 26. bis 28. Juli gefeiert. Martin Johannes Lange, Verwaltungsleiter der St.Annen Kirchgemeinde: „Für unsere Gemeinde ist St. Annen der Ort, an dem sich Himmel und Erde berühren. Lassen Sie sich einladen, mit uns zu feiern, lassen Sie sich von St. Annen berühren, erleben Sie Gottesdienste und Musik, Handwerk und Kunst.“
Neben Gottesdiensten, Festkonzerten stehen auch die Annaberger  Steinmetztage auf dem Programm.
500 Jahre St. Annen. Viele Details sind bekannt und beschrieben: Der Bergalter, die Schöne Tür, die Emporenreliefs, der Bäckeraltar. Doch das Gotteshaus bietet auch Geheimnisse. Auf www.wochenendspiegel.de werden zehn von ihnen gelüftet.

Seltene Fotografie und alte Aufzeichnungen

Das Geheimnis Nummer 9 ist, im wahrsten Wortsinn, eine Äußerlichkeit. Es geht um das imposante Hauptportal, durch das Gläubige und Besucher von der Großen Kirchgasse ins Innere gelangen.
Die Architektur sorgt immer wieder für Begeisterung, entfaltet sie doch eine optische Sogwirkung, die fesselt. Dazu erinnert sie an den Eingang zu einem Stollen.
Was weniger bekannt ist. Das Portal ist viel jünger als die Kirche, wurde 1927/28 vom Architekten Otto Rometsch gestaltet. Das Relief „Christus am Ölberg“ über dem Tor schuf 1928 Rudolf Wittig. Doch lange Zeit sah dieser Eingang anders aus. Das verraten einige alte Zeichnungen und eine historische Fotografie. Im Jahr 1600 erschien das Heft „Nachricht von der Annaberger Hauptkirche“, das im Original in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle liegt und auf
Initiative von Hans Burkhardt hin, hier durch uns im Jahr 1999 als Nachdruck veröffentlicht wurde. Es zeigt ein schlichtes Portal mit einer nach drei Seiten abfallenden Treppe.

Eine seltene Fotografie aus dem Jahr 1912 dokumentiert, wie das Portal ab 1894 ausgesehen hat. Sie wurde zur Hochzeit von Johanne Meyer mit Walther Binder aufgenommen. Der Brautvater war der Annaberger Posamentierer Oscar Meyer. Die Familie stellte es der Kirche für eine geplante Ausstellung zur Verfügung. Man erkennt, dass das Portal in neugotischem
Stil gebaut ist, eine Treppe mit Sandsteinbrüstung hatte.

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