Das siebente Geheimnis von St. Annen

Die Schlösser des Tetzelkastens wurden in der Firma von Peter Seifert nachgebaut.
Fotos: Sven Günther

Das 7. Geheimnis: Strenge Verschluss-Sache

Von Sven Günther
Annaberg-Buchholz. Am Annentag 1519, dem 26. Juli, wurde die St. Annenkirche in Annaberg durch Bischof Johann VII im Beisein des Fürsten, Herzog Georg „mit großem Gepränge“ geweiht.
Das 500. Jubiläum des Kirchweihtages wird vom 26. bis 28. Juli gefeiert. Martin Johannes Lange, Verwaltungsleiter der St.Annen Kirchgemeinde: „Für unsere Gemeinde ist St. Annen der Ort, an dem sich Himmel und Erde berühren. Lassen Sie sich einladen, mit uns zu feiern, lassen Sie sich von St. Annen berühren, erleben Sie Gottesdienste und Musik, Handwerk und Kunst.“
Neben Gottesdiensten, Festkonzerten stehen auch die Annaberger  Steinmetztage auf dem Programm.
500 Jahre St. Annen. Viele Details sind bekannt und beschrieben: Der Bergalter, die Schöne Tür, die Emporenreliefs, der Bäckeraltar. Doch das Gotteshaus bietet auch Geheimnisse. Auf www.wochenendspiegel.de werden zehn von ihnen gelüftet.

Reliquien unter Kirche vergraben?

Sicherheit war in einer Kirche schon immer ein wichtiger Faktor. Türen besaßen komplizierte Schließwerke, die Diebe abschrecken sollten. Noch heute sind in der Kirche Schlösser im Original-Zustand zu sehen. Sie befinden sich z.B. an
den Sakristeitüren und an der Tür des Sakramentenschrankes.
Am Tetzelkasten (diente zum sicheren Verwahren des Geldes aus dem Ablasshandel, benannt nach dem Ablassprediger Johann Tetzel) baute Schlosser Peter Seifert aus Annaberg-Buchholz zwei originale Schlösser nach. Er erinnert sich: „Mein Lehrling Jens Wolf hat die das übernommen. Eine höchst anspruchsvolle Schmiede- und Schlosserarbeit nach einer Zeichnung.“ Die Schlösser sichern noch heute den Tetzelkasten im Eingangsbereich.
Wo sind die Reliquien?
Aber nicht nur Geld galt es sicher aufzubewahren. In der Annenkirche gab und gibt es auch rund 120 Reliquien, die von den Gläubigen verehrt wurden und die Annaberg zu einem Wallfahrtsort machten. So zum Beispiel einen Finger, eine Rippe und ein Schlüsselbein der Heiligen Anna und ein Splitter vom Kreuz Jesu.
Neben den komplizierten Schlössern sorgten auch zwei Kirchner mit Hunden rund um die Uhr für Sicherheit.
Noch heute rätselt man, wohin die Reliquien verschwunden sind. Man vermutet, sie liegen vergraben unterhalb des Gotteshauses.

Anja Schnering, die Leiterin des Führungsdienstes in St. Annen, vor dem Eingang zur alten Sakristei, der Schatzkammer der Kirche. Die Verriegelung ist noch intakt. Foto: Sven Günther

 

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