„Das Team hat ein klares Gesicht”

Cheftrainer Daniel Meyer. Foto: FC Erzgebirge Aue

Am Dienstag steht für unsere Mannschaft in Magdeburg das erste Punktspiel im neuen Jahr an. Olaf Seifert sprach mit FCE-Cheftrainer Daniel Meyer.

Die Mannschaft wird den Schwung vom 3:0-Sieg gegen Union Berlin mitnehmen?
Ich bin sicher, dass wir die Serie der letzten positiven Spiele fortsetzen und mit breiter Brust auftreten. Der Druck liegt bei den Magdeburgern, für sie geht es fast schon um alles. Ihre Transferbewegungen in der Winterpause sind entsprechend ambitioniert. Die Erkenntnisse aus allen Phasen der Vorbereitung zeigen, dass wir derzeit sehr souverän auftreten. Wir sind brutal stabil.

Mit Louis Samson und Ole Käuper stehen zwei Neue im Kader, welche Qualitäten bringen sie mit?
Louis Samson ist defensiv flexibel einsetzbar. Er fühlt sich auf der Sechserposition im zentralen Mittelfeld wohl, kann aber auch in der Dreierkette alles spielen und wäre dort eine Alternative für den verletzten Steve Breitkreuz und Nicolai Rapp, der uns überraschend verlassen hat. Trotzdem werden wir Louis Zeit geben, denn er hatte 2018 wenig Spielpraxis.
Der ebenfalls großgewachsene Ole Käuper hat in den letzten beiden Jahren als Kapitän der U 23 von Werder Bremen Erfahrungen im Abstiegskampf gesammelt. Er ist sowohl defensiv wie auch offensiv eine Option im Mittelfeld, als Sechser oder Achter.

Wo vor allem hat die Mannschaft in der Hinrunde Profil gewonnen?
Es war ein langer Prozess mit Rückschlägen. Insgesamt aber haben sich das Team und Einzelspieler wie zum Beispiel Florian Krüger und Emmanuel Iyoha weiterentwickelt. Die Abwehr ist stabil, gehört inzwischen zu den vier, fünf besten der Liga. Wir waren mehrfach für das Tor des Monats nominiert, sind flexibler geworden und haben uns im Umschaltspiel verbessert. Bei der Athletik wurde zugelegt, wir laufen als Mannschaft 10 bis 15 Kilometer pro Spiel mehr als zum Saisonbeginn. Das kann man gut an den Daten der beiden Spiele gegen Union ablesen: Im August lief unser Team 106 Kilometer, im Dezember waren es 118. Mit der Dreierkette spielen wir jetzt ein offensiveres, attraktiveres System. Unser Team hat ein klares Gesicht.

Das Mittelfeldduo Clemens Fandrich und Philipp Riese ist eher selten im Fokus, steht dafür in den Spielen aber zuverlässig seinen Mann. Oder?
Beide funktionieren sehr gut zusammen. Wir hatten anfangs eine Weile gebraucht, um die optimale Startelf zu finden. Clemens und Philipp sind sehr wichtig für unser Spiel, auch wenn das in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer rüberkommt. Intern ist die Wertschätzung für beide extrem groß.

Im Trainingslager war auch ein Spieler aus der U 19 dabei. Wie hat er sich geschlagen?
Der 18-jährige Paul Horschig hatte es sich in der U 19 verdient, in Belek dabei zu sein. Er hat sich dort prima präsentiert. Ihn würde ich als 23. Spieler hinzunehmen,wenn es im Laufe der Rückrunde mal eng werden sollte.

Mit Steve Breitkreuz fällt der Kopf der Abwehr wahrscheinlich länger aus, mit Rapp hat ein Leistungsträger den Verein verlassen. Wie ist das zu kompensieren?
Steve hat mit die besten Zweikampfwerte der Liga, er wird auch als Führungsspieler fehlen. Mit Dominik Wydra – für mich erster Anwärter für die Position –, sowie Louis Samson und Christian Tiffert besitzen wir aber Alternativen.
„Rappo” war auf dem Weg zum Führungsspieler. Filip Kusic hat seine Sache gegen Union gut gemacht, er wäre aktuell auch aufgrund seiner Beidfüßigkeit der logische Nachrücker. Aber auch Kalig und Samson sind Optionen.
Zudem halten wir die Augen bis zum Transferschluss offen. Grundsätzlich ist unser Kader aber stabil und gut genug besetzt, um solche Ausfälle zu kompensieren.

Das neue Stadion motiviert Spieler und Fans?
Wenn es voll ist, herrscht eine großartige Atmosphäre. Nur ist es bedenklich, dass zu Spielen, bei denen es für uns ums Überleben geht, viele Plätze frei bleiben. Die Mannschaft hat immer eine volle Hütte verdient, zumal sie mittlerweile einen offensiven, attraktiven Fußball spielt. Schön, dass gegen Union rund 14.000 Zuschauer kamen. Aber gegen Darmstadt, wo die Partie auf Messers Schneide stand, waren es eben nur 7.400. In dieser Liga sind die Spiele eng, da können die Fans den Ausschlag geben. Gegen Köln kommen die Fans, aber wir brauchen sie erst recht eine Woche später gegen den FC Ingolstadt.

Wie wohl fühlen Sie sich selber im Erzgebirge?
Mir gefällt’s. Ich wohne auf dem Zeller Berg, nicht weit vom Stadion. Weil meine Familie oft hier ist, haben wir uns ein paar Orte ringsum schon angeschaut, waren zum Beispiel in Eibenstock und Oberwiesenthal. Am Wochenende sind mein Vater und die Geschwister oben am Fichtelberg. Vielleicht schaffe ich es, mit ihnen Ski zu fahren. Wir mögen die Gegend, weil ich mit den Eltern schon als Kind oft in Oberwiesenthal im Urlaub war.

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